Gimmickmüll 2009

SAW 2009 beginnt, wie schon im Vorjahr, auch in diesem Jahr wieder mit dem Gimmickmüll. Die 10 skurrilsten, absurdesten oder einfach nur schlechtesten Geschehnisse und Ereignisse des vergangenen Jahres werden euch hier knallhart vor die Nase gesetzt – und in diesem Jahr darf sich jeder einzelne an Selbige fassen. Genießt das Schlechteste, was Simulated Action Wrestling in diesem Jahr zu bieten hatte! Morgen folgen dann die SAW100, ehe es am Montag an die Verleihung der Year End Awards geht!


Latino Nation

Was wäre ein Gimmickmüll ohne die Latino Nation? Nur Gimmick? Oder nur Müll? Jedenfalls würde etwas fehlen. Der Latino Nation hat im Jahr 2009 so einiges gefehlt. Zum Jahresbeginn waren es vernünftige Geschichten, denn mit Samoa Joe und Rey Mysterio hatte man ein inaktives Tag Team, und mit Homicide einen inaktiven Anführer. Wie schon in den Jahren zuvor lebten die drei, allen voran Homicide, vor Allem von der Sympathie, die ihnen aus irgendeinem Grund immer wieder entgegen gebracht wurde. Homicide konnte dann bei WrestleMania aus dem Fluch des ewigen Zweiten ausbrechen und sich den Money in the Bank-Koffer sichern. Samoa Joe wurde aus dem Stable gekickt, und ein Monat später gewann Rey Mysterio den Intercontinental Title. Es lief plötzlich richtig gut für die Nation. Oder so ähnlich, denn die Fehde zwischen Homicide und Van Dam, die man daraufhin begann, stieß die beiden gleich wieder in den tiefen Abgrund schlechter Geschichten. Der Todesstoß für die Nation kam dann wenig später, als Cyrus komplett ausstieg. Allen Versuchen von CvD, Hells und dem realmansman zum Trotz kam die Nation nicht mehr richtig auf die Beine und zerstritt sich sogar. Zwar wurde Rey nach der anfänglichen Schwächephase noch ein guter Champion, und Homicide vs. Van Dam entwickelte sich auch noch zu einer der besten Fehden des Jahres. Aber ohne Cyrus ist die Nation nicht die Nation. Und wenn der Chef höchstpersönlich das sinkende Schiff verlässt, und es bei seiner Rückkehr auch nicht mehr wirklich betreten will, dann sagt das schon alles aus. 


Bobby Lashley im komischen Haus

Ein kurzer Satz, und alle wissen, was Sache ist. So ähnlich war das auch, als Sephirod im Frühjahr 2009 sein SAW-Comeback gab. Mit Schreibkünsten, die sich keinen Deut verbessert hatten, und mit der selben Motivation, mit der Cyrus seine SAW-Beiträge zahlt, entschied er sich, wieder ins Geschehen einzusteigen, und nahm sich Bobby Lashley und King Booker zur Brust. Während letzterer hier eigentlich auch einen Eintrag verdienen würde, aber immerhin eine Fehde und ein tolles Abschlussmatch hatte, wurde aus Bobby Lashley – unter Sephirod – wenig bis nichts. Sephirod erfand eine tolle Geschichte, in der Lashley plötzlich in einem komischen Haus zu finden war, in dem er scheinbar einen alten Mentor suchte. Oder irgendwie so, denn was Lashley wirklich wollte, wer da in dem Haus war, und was der Sinn der ganzen Storyline war, das war lange Zeit ein Geheimnis, verschlüsselt in Sephirods kryptischen Schriftzeichen. Gottseidank hat sich einer unserer User dem Thema angenommen und die Arbeitsweise von Sephirod schlussendlich geknackt: Er ist mit dem Kopf über die Tastatur gerollt und hat mit der Zunge Enter gedrückt.


Sid

Ja, genau, dieser Punkt heißt einfach nur Sid. Viele Worte werde ich über den Psycho nicht verlieren, schließlich hat er in diesem Jahr auch nicht viele verloren. Eigentlich hat er überhaupt nie viele Worte verloren. Das muss jetzt nicht unbedingt etwas Schlechtes sein, aber ein Champion sollte doch zumindest ordentliche Fehden auf die Beine stellen können. Wenn aber Batista bzw. John Cena die ganze Arbeit übernehmen müssen, und nur tolle Pick Your Poison-Stories dabei rauskommen, dann dreht sich einem jeden Booker bei so einem Champion der Magen um. Eigentlich kann man Sid aus einem einzigen Grund schon in den Gimmickmüll stecken: Man muss es mal schaffen, ein langweiligerer Champion als Mark Henry zu sein.


Der Judgment Day Incident

Einerseits könnte man zu diesem Thema Seiten schreiben, andererseits ist eigentlich schon alles gesagt. Und im Gegensatz zu den meisten Dingen hier, wird sich hier keiner mit Schmunzeln zurückerinnern und über neue Details erfreuen, sondern jeder wird mit ernster Miene daran denken, was er schon weiß. Nachdem zweieinhalb Jahre lang jedes Wochenende geopfert wurde, und bis auf einen Tag Verschiebung wegen Kopfschmerzen jeder Termin peinlichst genau eingehalten wurde, reicht es irgendwann auch einmal dem Geduldigsten. Keine Segmente für einen Pay Per View kann man verschmerzen. Dass mal jemand kein Feedback schreibt genauso. Aber die monatelange Ignoranz, die von den Mitspielern gezeigt wurde, lässt einen schon mal mit offenem Mund dastehen. Angefleht wurden alle, sie mögen doch bitte wenigstens einen kurzen Satz zu den Shows schreiben. Nichts kam. Termine wurden an vier verschiedenen Stellen auf der Homepage vermerkt (darunter in einem fetten Button auf der Hauptseite), und trotzdem wurden sie nicht zur Kenntnis genommen. Nicht einmal mit dem Geld funktionierte es, obwohl für jeden normalen Menschen da eigentlich Schluss ist. Im Judgment Day bündelte sich all dieses Unvermögen und so kam der Super-GAU für SAW heraus. Es gab einige Zeit lang keine Shows, stand sogar in den Sternen, ob es überhaupt weiter gehen würde. Es ging schließlich doch weiter, und diejenigen, die schon vorher fleißig waren, wurden noch fleißiger. Alle anderen kümmerten sich weiterhin einen Dreck darum, und schließlich sind wir da angekommen, wo wir heute sind: SAW wird in seiner derzeitigen Form eingestellt.


Neben der Latino Nation ist also der Great Khali der einzige, der es geschafft hat, jedes Jahr aufs Neue im Gimmickmüll aufzutauchen. Das alleine verdient eigentlich schon Respekt, oder? In diesem Jahr wurde es aber ganz schlecht. Der Great Gröhli vor zwei Jahren landete zwar im Gimmickmüll, wurde aber immerhin von vielen Leuten gemocht. Die Punjabi-Heulsuse im letzten Jahr war schlecht, sorgte aber für Aufmerksamkeit und der Khali war im Spotlight. Und dieses Jahr? Da begann es, wie schon in den Jahren zuvor, vielversprechend. Paul Bearer managte den Khali, woraus man viel machen könnte, und der große Inder wurde ernster und gefährlich. Bis er anfing, Leute beerdigen zu wollen, in Särge zu stecken und auf den Betonboden der Halle zu chokebomben. Gottseidank hat C van Dam in der zweiten Jahreshälfte endlich herausgefunden, was wir alle schon lange wussten, und hat den Khali auf das einzige beschränkt, was er kann: Das Kämpfen.

Great Khali


Batista und die Drogen
 

Wer jetzt sofort an Scott Steiner denkt, der hat vor Allem eines: Recht. Denn auch wenn MVP und Batista zumindest einen gepflegteren Wortschatz haben als unser aller liebster Müllmann, so unterscheidet sich diese tolle Geschichte auf den ersten Blick nur wenig von Big Poppa Pumps damaliger Auseinandersetzung mit dem Stinger. MVP, und damit auch ESCapePS, hatten mit dem Sieg beim Royal Rumble einen optimalen Einstieg und einen Push, der schon Matt Hardy und King Booker monatelange Aufmerksamkeit beschert hat. Nach einem kurzen Intermezzo bei No Way Out begann dann auch die Fehde der beiden mit dem denkbar schlechtesten Aufhänger: MVP hat Batista doch tatsächlich vorgeworfen, Steroide zu benutzen! Gabs sowas überhaupt schon mal im Wrestling? Wenn nicht, wissen wir spätestens jetzt, warum nicht. Die Storyline war langweilig, und sie stellte MVP in das Licht einer beleidigten Zicke. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Nach WrestleMania bekam MVP einen Shot auf den US Title, während Batista mit Sid um den World Heavyweight Title fehdete. Anstatt sich jetzt aber auf ihre jeweiligen Fehden zu konzentrieren, beschäftigten Batista und MVP sich immer noch lieber mit sich und ließen ihre Fehdengegner einfach im Regen stehen. Grandioses, selbstloses Booking! Gottseidank wurde die Fehde in der zweiten Jahreshälfte endlich ein wenig besser, aber Sting und Sid haben bestimmt nicht vergessen.


Wer den Text zum Judgment Day Incident gelesen hat, der stelle sich jetzt bitte einmal vor, dass die Inkarnation aller dort beschriebenen Schleißigkeiten in Form zweier Personen eine Fehde gehabt hätte. Nicht schlimm genug? Man stelle sich weiter vor, es ginge dabei um zwei der heißesten Superstars von RAW, die durch die angesprochene Schleißigkeit vollkommen zerlegt wurden. Immer noch nicht schlimm genug? Die beiden fehdeten um ein Intercontinental Title Match bei WrestleMania! Schlimmer geht’s eigentlich gar nicht mehr, aber trotzdem ist genau das passiert. Eine Fehde, bei der erst lange gar nichts passiert, ehe dann vor dem Pay Per View noch mal schwere Geschütze aufgefahren werden, und noch mal eine gehörige Portion Ignoranz in (nicht vorhandener) Segmenteform zur Schau gestellt wird. Heraus kommt dabei die schlechteste SAW-Fehde aller Zeiten (ja, schlechter als Steiner vs. Sting), und, dass der größte Superstar von SAW überhaupt so weit zerstört wird, dass er sich das ganze Jahr nicht mehr fangen konnte. Wer weiß, ob mit Christopher Daniels ohne die Children nicht genau das Gleiche passiert wäre.
 

Christopher Daniels vs. Super Dragon


Terry Cooper

Wer zur Hölle ist Terry Cooper? Terry Cooper ist James Storm, der William Regal mit einer anderen Identität weißmachen wollte, dass nicht er am Vernichten seine Alkoholvorräte Schuld gewesen sei. Soweit eine eigentlich gute Storyline. Wenn man jetzt aber vergisst, den Verantwortlichen Bescheid zu sagen, so dass James Storm auch als solcher angekündigt wird, lässt das nicht nur William Regal, sondern auch die Schreiber der Storyline verdammt blöd aussehen. Witziger als diese kleine Geschichte ist nur die Tatsache, dass es bei SAW anscheinend Mitspieler gibt, die nach drei Jahren noch immer nicht kapiert haben, wie der Hase bei unseren Shows läuft. Unsere Regeln sind anscheinend sehr schwer zu FOLLOWEN.
 


Morrison & Vampiro

Langsam sollte man den Gimmickmüll 2009 in „Beispiele von unglaublicher Arroganz und Ignoranz“ umbenennen. Aber immer der Reihe nach; was ist passiert? Vor einigen Monaten hat sich der Jack, ganz in seinem Metier, gedacht, es gibt so viele mysteriöse Charaktere bei SAW (von denen ich alle spiele außer Chessman), und die gehen allen so dermaßen auf den Sack, dass ihnen die Lust vergeht, deren Segmente zu lesen – es muss noch einer her! Heraus kam Vampiro, und eine gute Idee war im Vorhinein schon zum Scheitern verurteilt. Aber Jack wäre nicht Jack, hätte er seinen Schädel nicht trotzdem durchgesetzt, und so sollte es zu einer Fehde samt PPV-Match gegen John Morrison kommen. Dumm nur, dass der Verantwortliche hinter Morrison es plötzlich ganz auf die AJ Styles-Art gemacht hat. Nur, dass er nicht in fremden Hotelzimmern einen abgeseilt hat, sondern sich selbst. Somit stand Vampiro ohne Gegner da; aber immerhin gab es noch eines, was er tun konnte. Nachdem Nick Mondo bereits von einer Klippe geworfen wurde, Super Dragon in Flammen stand und Goldberg seine Existenzberechtigung geklaut wurde, wurde Morrison das nächste Opfer unglaublicher Grausamkeit. Er wurde so hart bearbeitet, dass er gar nicht mehr antreten konnte. Bis dann ein ganz gescheiter Mann auf die Idee kam, Morrison zwei Wochen später als Sexikone wieder in den Shows auftreten zu lassen. Vampiro wurde natürlich nie wieder erwähnt, und warum auch? King Booker hat schließlich vor einem Jahr schon gezeigt, wies richtig geht – oder nicht?


Schließen möchte ich den Gimmickmüll 2009 mit einem Eintrag, der so für Gimmickmüll steht, wie kein anderer. Da kommt kein Great Gröhli ran, kein Mr. Wrestling Classic und kein „Funk“ Nick Mondo. Drei Männer, die so sehr für Schwachsinn in Schriftform stehen, wie es kein anderer in der Wrestlingwelt tut. Fakt ist, hätten die Brandts damals im Chamber of Horrors Match in der ersten Reihe gesessen, die Exekution hätte einen glaubhaften Eindruck gemacht. Oh, wenn die Brandts damals doch nur Gumbas auf den Kopf gesprungen wäre, wenn sie doch damals nur in Röhren eingedrungen wären. Hätten sie doch damals nur ihre Soap-Serie „Das Geständnis“ mit Alida Kenntkeinschwein uraufgeführt, oder hätten sie sich damals betrunken ins Boardhell eingeloggt. Die Wrestlingwelt wäre heute eine bessere. Danke an Triple F dafür, dass ich den Gimmickmüll 2009 mit dem mülligsten Müll aller Mülle beenden darf. Der Gimmickmüll-Preis 2009, 2008 und 2007 von SAW geht hiermit in einem Schlag an Max, Paul und Tyr Brandt. Wenn das mal nicht voll wixi ist.

Die Brandts