Gimmickmüll 2015


Das Runde muss ins Eckige

Wer kennt es nicht, dieses lustige Spiel aus grauer Kindervorzeit, wo man verschiedene geometrisch geformte Spielsteine in extra dafür vorgesehene, ebenso geformte, Platzhalter, stecken musste. Eine leichte Übung, für manche, andere jedoch versuchten zwanghaft Kreise in Vierecke zu stopfen und stellten damit bereits in früher Kindheit die Weichen für eine erfolgreiche Karriere als Profifußballer, doch was tun mit den Kindern die stets das Parallelogramm in ein Dreieck zu quetschen versuchten? Man weiß es nicht, doch eine Lösung war meist auch gar nicht notwendig, denn über die Jahre lernten die meisten dieser Kinder sich mit der Wirklichkeit zu arrangieren, auch wenn sie stets im Hinterkopf ihre Wahrheit sicher verwahrten, nur um diese in ungünstigen Zeitpunkten hervorbrechen zu lassen. 
Was wäre so ein ungünstiger Zeitpunkt? Nun, vielversprechend wäre dieser hier: Ein erfolgreicher Wrestler plant seine Stiefel an den Nagel zu hängen, doch um seinen Abschied noch etwas abzugewinnen soll er einen aufstrebenden Jungwrestler noch mit einer erfolgreichen Geschichte unter die Arme greifen. Wie passend, eben jener Jungwrestler schickte bereits vor einigen Monaten eine andere Größe des Sports ins Karriereende. Hier haben wir also folgenden Spielstein: Jungwrestler soll erneut die Karriere eines Altgedienten beenden und passend dazu folgenden Platzhalter: Jungwrestler markiert Altgedienten als Beute und erklärt ihn aus dem Sport entfernen zu wollen. ABER! Haha, wir haben ja auch noch diesen völlig unpassenden Platzhalter: Jungwrestler will Altgedienten am Karriereende hindern, quartiert sich und einige Waisenkinder in dessen Jugendsportzentrum ein, übernimmt dieses mit einem superplumpen Plot, nur um es ihm wieder zurück zu geben, wenn er seine Karriere beendet und stets darauf hinweist, dass dieser Unsinn vom Jungwrestler verzapft wurde. 
„Also los, liebes Kind, steck den Stein in den richtigen Platz!... Nein, nicht doch in den Schwachsinn!... Okay, es war ja erst ein Segment geschrieben, kein Problem. Steck ihn halt jetzt in den richtigen Platz...Was tust du denn? Halt! Du ruinierst ja alles!“
Tja, was ist geschehen? Trotz sofort erschallender Warnrufe entschieden sich die Schreiberlinge der Dean Morrison – Mickey Reyes Fehde statt für die einfache, aber ob des Szenarios, effektiven Fehde für eine überflüssig konstruierte, am Thema Karriereende vorbei zielenden Fehde. Und wie schon in der ebenfalls überflüssig konstruierten, am Thema Wrestling vorbei zielenden Fehde Cunnigham – Loki, zeigten sich die beiden Schreiberlinge uneinsichtig auch nur die kleinste Anpassung an ihrer Geschichte vorzunehmen, obwohl das gesamte SAW Universe diese Geschichten verdammte. Das Ende vom Lied? Nun, hätten sich die Schreiberlinge für den richtigen Platzhalter entschieden wäre Mickey Reyes im Ruhestand entlassen worden und hätte dabei Kotzbrocken Dean Morrison noch einiges an Heat mit auf dem Weg gegeben. Doch man wählte stattdessen ja folgendes Endresultat: Keiner vermisst Mickey Reyes und jeder wünscht sich, dass Dean Morrison ihm bald folgen möge. Was für ein Müll! Was für ein Gimmickmüll 2015!


Willy 2015 – Viel und bei Missfallen gerne mehr

Das Schaffen und Wirken der größten Künstler der Menschheitsgeschichte wird zumeist in Perioden eingeteilt. Dies ist bei SAW freilich nicht anders und so darf beim Gimmickmüll auch Willy 2015 nicht fehlen. Unser aller Willy hat es auch in diesem Jahr geschafft, einen ganz eigenen Stil zu prägen, der sich vor allem dadurch auszeichnet, immer dann, wenn etwas nicht ankommt, einfach immer mehr davon zu liefern. Es ist wohl der Weg des unverstandenen Künstlers, einem solange Mist in den Rachen zu stopfen, bis man endlich auf den Geschmack kommt. Gerade 2015 trieb er das so sehr auf die Spitze, dass letztlich seine Segmente in eine eigene Show ausgelagert wurden.
Seinen Anfang nahm das mit S.W.A.T. Dabei handelte es sich um ein Undercard Stable bestehend aus Doktor Cralo, Das Atommonster, Alan Lone und Dante Alighieri. Cralo und Das Atommonster waren abgelegte Carlo-Wrestler, die nach dem vorübergehenden Ende seiner SAW-Tätigkeit in den Shows gehalten werden mussten, wobei das Warum bis heute ungeklärt ist. Jedenfalls wurden sie mit den Depression Fighters kurzerhand in ein Stable geparkt, was zunächst als durchaus spannend galt. Zwei Tag Teams oder vier Undercarder, die sich zusammentun, um als nicht uninteressante Charaktere mal in den Shows geparkt zu werden. Alsbald entpuppte sich aber, dass sie nicht auf einem Parkplatz verblieben, wo sie keinem sonderliche weh taten, sondern mittig auf der Hauptstraße standen und so ein dauerhaftes Verkehrshindernis bildeten. In jeder Show wurden deren Segmente zahlreicher und ausschweifender, freilich ohne irgendetwas Sinnvolles zu erzählen. Am Ende blieb der Eindruck einer 20 Kilometer langen Dauerbaustelle, auf der auch nie ein einziger Bauarbeiter zu sehen gewesen wäre. Sie existierten einfach vor sich hin, weil das wohl so sein musste, vermutlich immer schon so war, und stahlen einem wertvolle Zeit. Bis sie weg waren … und wiederkamen, weil sie nur so taten, als wären sie weg gewesen. Das ist im Grunde genommen aber zu Retro, um es 2015 weiter auszuführen.
Dann war da noch Cunningham. Der kam von Anfang an schlecht an. Dem musste Abhilfe geschaffen werden, indem ihm eine bunte Hintergrundgeschichte verpasst wurde. Während wir in der historischen Perspektive gerade noch bei Sting verweilten, kamen hier schnell Gedanken an Edge auf – was beim werten Schreiber an dieser Stelle den Gedanken aufwirft, ob alle hier verfassten Worten nichts weiter sind, als das Reinfallen auf einen genialen Troll-Job, der es sich zum Ziel gesetzt hat, sich selbst mit dem besten aus acht Jahren Gimmickmüll einen Platz in diesem Jahr zu sichern. Im ungebrochenen Eifer jedenfalls, die Schizophrenie von Jamal Cunningham zu ergründen und völliger Missachtung dafür, dass keiner je verstanden hat, was den vielversprechenden Loki dabei antriebt – außer dem Herbeiführen der eigenen Apokalypse, womit die Frage tatsächlich endlich beantwortet scheint – hat dieser sich über Monate mit dem zu einem Paket verschnürten Jamal in Südafrika herumgetrieben. Das Verstörenste war, dass die eigentlichen Rätsel recht schnell gelöst waren, keiner auch nur eine weiteres Wort davon lesen mochte, es aber dennoch einfach nicht aufhörte. Es sickerte rasch durch die Kanäle der SAW Dirtsheets, dass Cunnigham nicht mehr weiter geschrieben wird, aber er hört einfach nicht auf, zu existieren. Periode für Periode war er einfach da. Kennt ihr verliebte Teenager, die nicht in der Lage sind, ein Telefonat zu beenden, weil sie sich nicht einigen können, wer zuerst auflegt?
Natürlich würde man Willy unrecht tun, würde man sich hier auf ECW beschränken, trieb doch auch Backlash und sogar Ignition solche Blüten hervor, wobei hier Sanada an erster Stelle zu nennen ist. Auch der Japaner startete nicht, ohne einiges an Interesse geweckt zu haben. Da es sich gerade anbot und zu dieser Schaffensperiode des Künstlers passte, erhielt er gleich mit dem Debüt eine bunte Hintergrundgeschichte. Da Zeit bekanntlich relativ ist und bei Backlash wesentlich schneller voranschritt, gelang es an dieser Stelle nicht, die Mitspieler zur Verzweiflung zu treiben, bevor es eigentlich wirklich los ging. Soweit so gut. Dann jedoch begann der Worker zu singen. Ausschließlich. Der Gesang ist nur leider eine ganz eigene Gattung der Kunst und verschließt sich der Literatur. Über das Singen zu schreiben, ist am Ende des Tages wie das Tanzen über Architektur. Erst skurril, tatsächlich mit einer Gewissen Faszination behaftet, schneller noch als diese aber aufkam, ist sie verflogen. Was hat das mit dem zuvor beschriebenen „Willy 2015“-Gimmick zu tun? Es ging einfach weiter. Immer weiter. So sehr man sich wünschte, jemand würde dem Tänzer über in Stein gegossene Formen ein Bein stellen, damit es endlich aufhört, es ging einfach weiter. Gar die Schließung von Backlash überlebt es. Es ward Ignition, aber es wurde weiter gesungen. Immer weiter.
Willy 2015, das Gimmick ist eine arbeitslose Dauerbaustelle, deren Fahrspuren von tanzenden Teenagern versperrt werden, die einfach nicht auflegen können. Mithin also Gimmickmüll.


Chris Connors Comeback...

Wer kennt Chris Connor nicht? Der Bruder von ACA WrestleWorld Mitglied Joe Connor. Begründer von Revolution X. THE MOOOOOOOOST CHARISMATIC WRESTLER. Promo-Gottheit. Hall of Fame Mitglied. 
Moment... Hall of Fame Mitglied? Aber die Hall of Famer dürfen bei SAW doch gar nicht mehr in den Ring. Aber trotzdem gibt Chris Connor ein In-Ring-Comeback? Was ist da los? 
Es war der Tag des Tourfinales der wXw in Oberhausen, als Hells Guardian und ich über die laufende Fehde zwischen Masaru Watanabe und Matthew Hunter sprachen. Bei der letzten Anniversary Show gab Chris Connor, kurz nach seiner Einführung in die Hall of Fame, bekannt, das er ein Comeback bei ECW feiern wird! Da kam mir DIE Idee. Chris Connor sollte in die Fehde zwischen Masaru und Hunter eingebaut werden. Im Match selber verpasst Chris dann Masaru den Finisher und "schenkt" Hunter den Pin, weil er die Halle verlässt. Chris Connor turnt zur, damals noch "nur", WrestleWorld Inc. und fehdet weiter mit Masaru. Toller Plan, oder? Fanden wir auch. C Van Dam auch. Segmente wurden geschrieben, wieder umgeworfen und dann doch abgeschickt. Alles war super geplant. Doch dann kam die WhattsApp Nachricht von Triple F... Sinngemäß stand dort drin "Hall of Famer dürfen nicht wrestlen". Anscheinend kannte diese Regel aber niemand der daran beteiligten, obwohl C Van Dam von den GMs darüber informiert wurde. Lange rede, kurzer Sinn... Bei ECW One Night Stand kam es zu besagtem Three Way, den Masaru dann gewinnen konnte, in dem er Chris Connor besiegte. 
Eine sehr schöne Fehdenidee, toller Aufbau, ein gut geplanter Turn und fehlende Kommunikation. Das ist alles, was von dieser Fehde übrig geblieben ist. 
Und die Moral von der Geschicht? Mit dem C fehden lohnt sich nicht! Nein, quatsch. Der C war ein toller Mitspieler. Aber etwas lernen kann man daraus trotzdem: Sprecht miteinander!


Die Oldschoolfehde

Kommunikation: „die Verständigung zwischen Menschen mithilfe von Sprache oder Zeichen.“
Metakommunikation: „eine Kommunikationsebene über Kommunikation“
Eine Fehde bei SAW: „Eine mit verschiedenen Wrestlern erzählte Geschichte, die ein Match zwischen mehreren (mindestens 2) Parteien durch aktuelle Geschehnisse im Vorfeld eines Kampfes mit einem Hintergrund versieht.“
Eine Metafehde bei SAW: „Eine mit verschiedenen Wrestlern erzählte Geschichte, die ein Match zwischen diesen Parteien durch Geschehnisse aus der Vergangenheit (und keinerlei aktuellen Vorkommnissen) im Vorfeld eines Kampfes mit einem Hintergrund versieht.“
Verstanden?
Eine Fehde erzählt von einem sportlichen Wettkampf. Oder einem schlimmen Verrat. Dem Hass zweier Menschen aufeinander. Der Rivalität aufgrund der gleichen Ziele. Diese Fehden bestehen aus heimtückischen Attacken, mitreißenden Interviews, überraschenden Wendungen, spannenden Cliffhangern und lange erwarteten Finalkämpfen.
Eine Metafehde erzählt von einem sportlichen Wettkampf. Aus der Vergangenheit. Von Gesprächen von Menschen miteinander. Keiner sonderlich breit erzählten Rivalität. Diese Fehden bestehen aus Gesprächen im Locker Room, dem Sichten alten Materials auf einem TV Gerät, Gesprächen über die alte Zeit, keinerlei aufgebauter Spannung für das bald stattfindende Match, keinerlei Cliffhangern und einem nicht erwarteten Finalkampf. 
Verstanden?
Die wohl bekannteste Metafehde des letzten Jahres war die zwischen Thunder Rumba und The Best Around. Ursprünglich hatten Cuban Pete und Thunderbolt gerade erst ein Match gegen Das Atommonster und Dr. Cralo gewonnen (deren später erfundener, anderer, grauenvoller Name wird an dieser Stelle nicht genannt, sonst müsste es hier einen Querverweis zu weiterem Gimmickmüll geben). Dieser Sieg sollte Cuban Pete und Thunderbolt ein Match gegen die Depression Fighters beim folgenden PPV One Night Stand ermöglichen. Absprachenprobleme führten dann allerdings überraschend dazu, dass Thunder Rumba mit The Best Around „fehden“ sollten, während die Depression Fighters erst mal ohne Opponenten da standen und sich eine andere Beschäftigung suchen mussten. 
So weit, so gut, die Depression Fighters galten zu der Zeit sowieso eher als umstritten und die Konstellation der beiden Veteranenteams versprach durchaus die größere Geschichte zu werden, weswegen der SAW-Fan (ja, der eine) geneigt war diesen Umstand zu akzeptieren. Doch dann gab es die Oldschoolfehde. Kurz zusammengefasst: TBA und Thunder Rumba trafen sich backstage und sprachen davon wie geil früher alles war. Man sprach davon wie geil es wäre bald mal wieder aufeinanderzutreffen „wie früher“. Man vereinbarte ein Match. Aber nicht etwa für die heutige oder nächste Show um danach etwas Größeres aufzubauen, sondern für den PPV. Ohne danach überhaupt noch etwas aufzubauen. Die einzigen „Handlungsstränge“ über die die Fehde danach nämlich noch verfügte beinhaltete gegenseitige Locker Room Besuche. Während ein Team gerade altes Material aus Matches gegeneinander sichtete, faselte das andere etwas davon wie oldschool das Match doch werden müsse und die toll das alles werden würde. 
Nein. Das war es nicht. Ganz sicher nicht. Als Opener der Preshow noch vor Carl Theodor von Guttemburg sowie der äußerst umstrittenen Fehde zwischen Jack Stone und Joe Connor zu stehen drückt bereits deutlich aus wie viel diese beiden Teams zum damaligen Zeitpunkt von ihrem Standing aus alten Tagen zehren konnten und an welchem Punkt der Vorjahresmaineventer Mr. Jackpot nach nicht mal einem halben Jahr im Tag Team wieder angekommen war. Der einzige Fakt der das Match am Ende noch irgendwie hätte cool machen können, war die Oldschoolkomponente. Hätte AfRo an dieser Stelle wirklich irgendwie seine alte PS2 (N64, Dreamcast, o.ä.) ausgepackt und das Spiel mit Smackdown 1 (No Mercy, Royal Rumble) simuliert, dann hätte das durchaus ein witziges Bonbon werden können.
Aber: Die einzige Oldschoolkomponente die das Match dann schließlich bot war, dass Mr. Jackpot und JT Hammer statt in ihren TBA Outfits in ihren Singles Wrestler Attires kämpften. Was daran oldschool ist, wissen sie allerdings auch nur selbst. Während sich TBA von diesem Schock nicht mehr erholen sollte und erneut getrennt wurden, konnte sich Thunder Rumba durch die Anschlussfehden wieder rehabilitieren und mit neuen Facetten aufwarten. Über diese Oldschoolfehde sollte man allerdings dennoch zukünftig besser den schachbrettgemusterten Mantel des Schweigens legen. Hört euch stattdessen das Theme von Cuban Pete an. In Dauerschleife. Jetzt.
 


Neben dem Carlo feierte mit dem Start von Ignition auch whatti sein Comeback. Das Interesse war bereits hoch, denn neben den völlig irrelevanten Public Enemy spielte er schließlich auch Brian Johnson, der sehr viel Potential hatte und Sterling James Keenan, der zeitweise sogar sehr gut ankam, ehe er jäh fallen gelassen wurde. Vielleicht würde es jetzt endlich das geben, was whatti schon angedeutet hatte. Er entschied sich John Cena zu spielen, weil beschlossen wurde, dass die Vorgeschichte der SAW-Wrestler bei Ignition ignoriert werden konnte. Aber unabhängig davon, John Cena ist eine Marke, mit der jeder etwas verbindet, egal ob durch SAW oder WWE. Es gab also Erwartungen. Dann kamen die ersten Segmente, und jedes las sich wie ein WWE-Cena-Segment. Dementsprechend reagierten viele Mitspieler wie auf Segmente des richtigen Cena und konzentrierten sich lieber auf andere Teile der Show. Aber allen war klar: Sowas will niemand lesen, da steckt was dahinter, whatti hat einen Plan. Ein Heelturn war schnell das ersichtliche Ziel, und so kam es dann auch beim SummerSlam. Er schloss sich dem New Day in einem plumpen Turn an, nachdem er mit diesem bis dahin eigentlich gefehdet hatte. Und spätestens da stellt sich die Frage: Warum quäle ich alle wochenlang mit einem WWE-Cena in Schriftform, wenn ich ihn als Heel bringen will. Warum ziehe ich diesen plumpen Turn durch, den jeder schon nach dem zweiten Segment riechen konnte? Die Frage wurde nicht beantwortet, da whatti nie Stellung zu den Cena-Feedbacks bezog. Warum er sich dem New Day anschloss, wurde auch nie klar, da es keine gemeinsamen Segmente mehr gab. Es wirkt so, als wäre der New Day nur für den Turn benutzt worden, ohne Plan, wie es danach weiter gehen soll. Und es ging weiter mit einem WWE-Cena, nur halt als Heel. Also mit dem, was vermutlich jeder, der irgendwann Fantasy Wrestling gemacht hat, selber schon mal gemacht hat. Ausrechenbar, unspektakulär, langweilig. Da ist mehr drin, zumal whatti nur einen einzigen Wrestler gespielt hat. Hier wurde eindeutig zu viel gewollt, und das ist leider typisch auch für whattis frühere Wrestler. Man nimmt sich den größten Star, turnt ihn nach wenigen Wochen Heel und weil diese berechenbare Story nicht ankommt, wird er auch gleich wieder abgegeben. Plump bleibt das beste Wort um Cenas Run zu beschreiben, und plump verabschiedete er sich auch aus den Shows, mit einem schlechten Match, bei dem von Anfang an klar war, was passieren würde. Passend zu Cenas Segmenten.

John Cena


Those who don't know history are doomed to repeat it

Jerusalem, ein sonniger Nachmittag und viele der jüdischen Einwohner der Stadt lassen es sich es in einem der zahlreichen Cafes der Altstadt gut gehen. So auch ein junges Paar, dass gerade genüsslich Milchkaffee trinkt, als ein mausgrauer LKW neben ihm hält und einige Schwarzuniformierte von diesem springen.
„Haha, da sind die Untermenschen! Schnell, packt sie! Heil!“
Die Uniformierten ergreifen das Paar und stecken selbigen Säcke über den Kopf und werfen sie danach auf die Ladefläche des LKWs. Man kann nur ein entsetztes „Oh my, what Blast from the Past!“ vernehmen, bevor der LKW durch eine Zeitblase davon braust.
Black Hills, wir sehen einen amerikanischen Pfadfinder am Little Big Horn River sich gerade die Hände waschen, als hinter einem Busch sich eine Zeitblase öffnet und ein blutrünstiger Indianer dieser entspringt. Seinen Kriegsruf auf den Lippen, skalpiert dieser auch direkt den armen Jüngling, welchem nur verbleibt, sein Elend hinauszurufen. „Oh no, what Blast from the Past!“
Simulated Action Wrestling, wir sehen Edge durch die Gänge einer unbekannten Arena laufen. Plötzlich öffnet sich neben ihm eine Zeitblase und ein Spiegel erscheint. Schreiend versucht Edge davon zu laufen, doch Hände aus dem Spiegel ergreifen den Earl und ziehen ihn in selbigen.
„Argh, ein Blast from the Past!“
Können wir uns aus diesem Fallbeispielen die Definition eines Blast from the Past herleiten? Bestimmt: Etwas aus weit entfernter Vergangenheit (relativ gesehen), kehrt zurück um einen das Leben erneut schwer zu machen. Also, Kinder, wäre dieses Beispiel ein Blast from the Past?
Simulated Action Wrestling, Matthew Hunter läuft gedankenverloren durch die Gänge einer unbekannten Arena, als sich plötzlich neben ihm eine Tür öffnet und Mike Vega durch diese schreitet.“Haha!“ ruft er aus, doch Hunter läuft mit einem verwirrten Blick einfach weiter.
War das ein Blast from the Past? Nein, genau, doch wieso? Ganz einfach, weil sich keine Sau für Mike Vega interessiert. Aber rudern wir erst mal zurück. Wieso wurde Mike Vega für kurze Zeit als Blast from the Past auf das unvorbereitete ECW Publikum losgelassen? Das ganze ist wie so oft einer Klamaukidee der General Manager entsprungen, besser einer Trotzidee. Vor gut drei Jahren wollten die General Manager ein neues Konzept ausprobieren und manchen Matches auf der Card Eigennamen verpassen. So sollte damals Jack Stone, welche von ECW Ehemaligen (=Leon Chame) attackiert wurde gegen den FanStar antreten, welcher damals für ein paar Wochen verschwunden war, Titel des Matches: Blast from the Past Match. Das fand den schweren Unmut, wie manch anderes auch auf der berüchtigten Mario's Card, der ECW Fans, der FanStar war viel zu kurz weg und unbedeutend für den Blast from the Past Titel. Die General Manager ließen schweren Herzens diese Idee fallen. 
Es sollte sich aber eine neue Gelegenheit für den Blast from the Past ergeben. Vor einem Jahr fiel auf, dass Mike Vega noch im Roster war und so wurde dieser plötzlich als Blast from the Past vermarktet. Als Zeitblase diente eine Kiste, aus welcher Vega theatralisch zu steigen pflegte. Klingt das nach einem Konzept, welches von Erfolg gekrönt sein könnte? Natürlich nicht, aber um die Userschaft zu trollen passte es ganz hervorragend. Und weil ein Blast from the Past nicht ausreicht braucht es natürlich mehrere von denen. In seiner Kiste hat Vega nämlich den ebenfalls schon länger als verschollen geltenden Steve Grammond kennengelernt und mit diesem gründete er fortan an das Tag Team Blasts from the Past. Steve Grammonds Management passte das aber gar nicht in den Kram, doch trotz Protest wurde dass erst mal weiter zur Erheiterung der GMs durchgezogen. Darüber hinaus gewann Vega auch noch die Sam Rogers Memorial Battle Royal um auch diese zu entwerten. 
Aber... aber, dass alles war nur ein Masterplan. All dieser Unsinn wurde gar nicht von Mike Vega verzapft, wenn dieser später auch Gegenteiliges behaupten sollte, nein, es war ein neuer Wrestler! Pedro Sanchez verkleidete sich sowohl als Mike Vega, Steve Grammond oder Josh Brooklyn und narrte damit nicht nur Vega und Grammond, sondern auch die ECW Fans. Das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen, all dieser Gimmickmüll wurde fabriziert um einen neuen Wrestler debütieren zu lassen, welch gute Idee. Dieser Wrestler hat auch noch das Gimmick eines Gestaltwandlers. Gestaltwandler haben bei ECW nach ihrer Demaskierung eine Quote des Scheiterns von 100%. So scheiterte auch unerwarteterweise Sanchez und wenn man sich die Vergangenheit anguckt, dann scheiterte er wohl schon, bevor er überhaupt seine Kiste verließ. Hätte er in dieser Leon Chame, den Original Blast from the Past, statt Mike Vega oder Steve Grammond getroffen, hätte er sich als das wohl nochmal überlegt, so allerdings hatte er von der Geschichte keine Ahnung und war verdammt sie zu wiederholen. Was für ein Müll, was für ein Gimmickmüll 2015!


Nett gilt gemeinhin ja als kleiner Bruder von scheiße. Aber ich denke, dass das nicht immer stimmt. So ist der Commish anerkannter Weise ja der vermutlich netteste Mensch auf diesem Planeten. Es ist tatsächlich ziemlich unvorstellbar, von ihm je ein unfreundliches Wort zu hören. Bei genauerem Nachdenken ist das eigentlich ziemlich gruselig. Es braucht nicht viel Vorstellungskraft, sich einen irren Axtmörder vorzustellen, von dem dann alle sagen, dass der doch immer so nett zu allen war. Diese Gedanken machen mich nicht nur dankbar, dass SAW über das Internet und damit über sicherer Entfernung funktioniert, sie führen auch zurück zum Wrestling. Wo sonst ist es praktisch Alltag, dass Irre mit Äxten oder brennenden Schwertern ungestraft umher rennen? Diese Überleitung, auf die ich – nebenbei bemerkt – überaus stolz bin, weist auch direkt zu Dean Ambrose, der einst so anfing und 2015 für eine Show in alte Muster zurück fiel. Aber das zäumt das Pferd wohl von hinten auf.
Zum Ende von Backlash steckte Ambrose in einer Geschichte mit Steve Douglas. Damals handelte es sich um zwei reichlich irrelevante Worker, die plötzlich ziemlich beste Freund wurden und als solche gleich für den GM Delta Romeo gegen dessen Willen auch für ihn einen besten Freund finden wollten. Das war eine mehr als nette Geschichte in der Undercard, die Woche für Woche witzige Segmente lieferte und damit perfekt zu den beiden Workern passte. Entsprechend gab es reichlich, wenn auch nicht überschwängliches, Lob dafür. Mehr ist eigentlich da nicht zu erwarten und sollte im Zweifel auch nicht versucht werden. Problematisch wird es dann, wenn man wenig später versucht, die gleiche Dynamik in gänzlich anderer Konstellation zu entwickeln. Was zwischen Undercardern funktioniert, funktioniert mit einem (fast) Main Eventer noch lange nicht.
So zeigte sich die trügerische Seite der Nettigkeit. Foley war einfach mal so nett und spielte den Steve Douglas. Ohne Rücksicht auf seine eigentliche Rolle wurde er der neue beste Freund von Dean Ambrose und da bekanntermaßen der Rest von SAW nicht so nett wie der Commish ist, ernteten die Schreiber eine Menge Kritik. Nett an der Sache war aber sicher nicht, dass die Kritik zumeist nur in eine Ecke gestellt wurde. Vermutlich, weil der Commish einfach zu nett ist, um ihn zu kritisieren. Welch perfider Plan – den man zumindest annehmen könnte, glaubt man an die Axtmörder-Theorie. Perfide wird es vor allem dann, wenn man beginnt, auf die Kritik zu reagieren und plötzlich gar nicht mehr mit Ambrose befreundet sein will. Was bleibt dann übrig? Wie wir inzwischen gelernt haben: Die Brechstange. In diesem Fall bestand die darin, einfach alles zu probieren, was man so im Köcher hat. Immerhin liefert Ignition jede Woche Content. Genug Zeit also, jede Woche ein neues Gimmick zu testen. Da kann man auch mal bewaffnet eine Show durch den Backstage-Bereich jagen, unabhängig davon, ob es auch nur im Ansatz stringent ist.
Das Geschah dann auch. Wer war Dean Ambrose? Die Frage zu beantworten, ist letztlich müßig, war er doch eh jede Wochen ein anderer. Da etwas zu verstehen, ist wohl verlorene Liebesmüh. Erstaunlich sind vor allem aber die Folgen. Ambrose kam reichlich zerstört aus der Geschichte. Er entschied sich letztlich für das „Willy 2014“-Gimmick, mithin also für das Verleugnen und Vergessen aller Dinge, die eben noch passierten. Es wurde sogar in konsequentester bisher dargebotener Form präsentiert, was durchaus Potential andeutete. Schnell verschwand er aber in einer Nervenheilanstalt. Und Foley? Für ihn ist es kaum mehr als eine Fußnote, in der steht, dass der Commish einfach zu nett ist und sich immer wieder mit Wrestlern beschäftigt, die weit unter seinen stehen. Foleys Weg nach oben hat das nicht gestört. Mich beschleicht da unweigerlich der Gedanke an eine Geschichte um Tyler Breeze und Diamond Dallas Page. Willy und Commish, ein Undercarder und ein Uppercarder, deren Standing mindestens so weit auseinander klafft, wie die Deppenleerzeichen des Followers. Einer verschwand danach und einer setzte seinen Weg ungerührt fort. Klar, der Commish ist zu nett, dass er solche Fehden immer wieder annimmt … oder? …
Ich würde dem Mann jedenfalls keine Axt in die Hände geben.

Dean Ambrose & Mick Foley – Von der Nettigkeit


Die Bruderschaft des Kreuzes

Einst gab es ein Tag Team bei RAW. Dieses trat unter dem Namen "Kings of Wrestling" an. Chris Hero und Claudio Castagnoli hielten das gesamte Jahr 2010 über die Tag Team Titel und gaben diese Anfang 2011 ungeschlagen ab. Sie trennten sich. 
Nun war Claudio alleine. Doch zum Glück nicht lange! Der kleine Ares nahm sich seiner an und fortan verloren sie als Swiss Money Holding ihre Matches. Es waren Schweizer, die Banker waren. Ziemlich einfallsreich, muss man schon zugeben. Die Schweizer tingelten durch die Shows, hatten hier und da mal eine Fehde, aber oft waren sie einfach nur in den Shows anwesend, verloren Ihr Match und taten sonst nichts. 
Das alles änderte sich erst anfang 2015! Ares und Claudio gingen auf Expedition in die Arktis. Ihre Sekretärin Nicole Matthews übernahm die Geschäfte und erhielt jede Woche eine Videobotschaft der beiden. Also quasi wie bei Frauentausch. Doch auf einmal blieben diese Botschaften aus und Nicole blaffte jede Woche nur noch den armen Postboten an, der ja nun nichts dafür konnte, das die beiden ihre Kamera vergessen haben. Auf dem letzten Video der beiden war zu sehen, wie sich durch einen Spalt zwängten, aus dem blaues Licht kam. Was es gemacht hat? Das weiß niemand so genau. Wahrscheinlich mehr als nur "blau leuchten". 
Einige Wochen darauf kamen Ares und Claudio einfach so in die Halle spaziert. Ares hieß immer noch Ares, aber Claudio Castagnoli war fortan als Cesaro unterwegs. Warum, das weiß niemand so genau. Was als großer Neustart der beiden angekündigt war und auch in vielen Einspielern so dargestellt wurde, verlief sich allerdings sehr schnell im Sande. Man könnte sagen, das Ende von Backlash war auch das Ende der Bruderschaft. Hatten sie bei Backlash dann doch noch einige Fehden, gab es von dieser bei Ignition keine einzige. Aber eine anziehden Wirkung hatten die beiden trotzdem, denn auf einmal war auch ECWs Loki ein Teil der Bruderschaft! Warum? Das weiß niemand so genau. Und, unfassbar, er war nicht alleine. Denn Tjelvar erschien nun auf der Bildfläche! Wer ist Tjelvar, fragt Ihr euch nun? Nun... das weiß niemand so genau. Auf einmal war der große Mann einfach da. Er wurde nicht angekündigt, nicht beschrieben, er war einfach da. Genau so war auf einmal eine Siegesserie der Bruderschaft bei Ignition da! Drei Matches in Folge konnten Ares & Cesaro für sich entscheiden. Und was kam raus? Nichts. Rein gar nichts. 
Bei ECW gab es unterdessen immer mal wieder Auftritte der Bruderschaft, inklusive Ares, Cesaro und Nicole, die mittlerweile als "die Stimme der Bruderschaft" bekannt war... Warum? Nun, das weiß niemand so genau. Bei ECW #101 kam es dann zum Aufeinandertreffen der Bruderschaft des Kreuzes (Loki & Tjelvar) und der Innate Ideas (siehe "Willi 2015). Und was soll ich sagen... Es gab den nackten Tjelvar! Der Showstopper hatte wohl vergessen, dem jungen Mann beim erstellen Kleidung zu verpassen. So stand Tjelvar im Ring, doch seine Kleidung blieb draußen. Doch das Match konnte die Bruderschaft wieder für sich entscheiden! Und was wurde daraus gemacht? Nichts. Rein gar nichts. 
Man kann also festhalten, die Bruderschaft des Kreuzes war eine nette Gimmickidee. Auch wenn niemand so genau weiß, was das Gimmick eigentlich darstellen sollte. Aber wie so oft krankte das Gimmick leider an der Faulheit des Spielers. Ich bin mir sehr sicher, hätte der Showstopper mehr Arbeit in dieses Team investiert und alles ein bisschen genauer geplant, wären große Teile der Bruderschaft noch aktiv und sehr erfolgreich. Leider kam es nicht dazu. Warum? Das weiß niemand so genau...


Neues aus der Anstalt

„Was ist Gimmickmüll?“
„A) Ein alter Mann mit Facepaint, der bei gefühlt jedem Auftritt die schauspielerische Kunst vollbringt ein Gegenstand zu sein, dessen Nachahmung für ihn selbst anatomisch, biologisch, realistisch völlig unrealistisch ist?“
„N) Ein Trinker mit gespaltener Persönlichkeit, die sogar derart weit ausgeprägt ist, dass dieser, dem Alkohol zugeneigte Cowboy zeitweise zwei Personen gleichzeitig annehmen kann und in der Lage ist, sich selbst in Tag Team Matches gegenüberstehen zu können?“
„S) Ein Clown in Sträflingsklamotten, der seinen eigenen Namen und eigentlich auch alles andere stets absichtlich falsch buchstabiert und obendrein äußerst sensibel ist?“
„T) Der fortdauernde Wettstreit eines italienischen Kochs (der nicht kochen kann) und eines komplett an den Erwartungen der Menschheit vorbeigehenden Inders, die sich nach Fallschirmsprüngen aus Flugzeugen, Interaktionen mit dem Klerus im Vatikan oder auch Kämpfen an den Seiten von Kindertigern und Teenypythons in einer geschlossenen Anstalt wiederfinden, in weiterer Folge die dortigen höchst abstrusen Anstaltsleiter ablösen und das absolute Chaos ausrufen?“
„A) Ein südamerikanischer Hüne, der alles von Gott geschaffene, zerbrechen, essen, besteigen, bespielen, antanzen oder kuscheln möchte, nachdem er durch Tricks wie manipulierte Milchflaschen oder brennende Büsche in ein Kloster abgeschoben und von dort lieber in ein Irrenhaus gesteckt wurde?“
„L) Julan Madsen, Viscera und Edge?“
„T) Die Tatsache dass all diese viel viel mehr oder ein bisschen weniger verkorksten Charaktere aus den alten Tagen von Backlash, ECW, RAW und Smackdown zum Teil Woche für Woche als Art Resterampe in den Shows der finalen Tage von Backlash ohne jeglichen Bezug zum aktuellen Geschehen aktiv gewesen sind, ausschließlich zu dem Zwecke, dass zwei kindische, alberne, durchgeknallte User sich daran erfreuen konnten sich selbst zu belustigen und den Rest zu trollen?“
„Haben Sie die Antwort ANSTALT gewählt? Gratulation. Sie haben Recht. Besagtes Irrenhaus ist der Inbegriff des Gimmickmülls. Nachdem C Van Dam zum Ende seiner Zeit bei Simulated Action Wrestling eine geschlossene Nervenklinik präsentierte um die von ihm geschriebenen „Freaks“ (Anm. der Red: Ein Stable aus absolut durchgeknallten Wahnsinnigen) zu entsorgen, griffen der Mattitude Follower und Triple F die besagte Institution wieder auf um zwei ihrer wohl unbeliebtesten (unter ihnen selbst allerdings beliebtesten) Charaktere wieder aufleben zu lassen – Santino Marella und Jinder Mahal. 
Nach deren Fehde, die 2014 absichtlich im Gimmickmüll ignoriert wurde, da sie zu offensichtlich darauf abgezielt hatte auf dem Schrottplatz für fragwürdige Gimmicks und Storylines zu landen, in deren Fortgang sich die komplette SAW-Userschaft darüber einig war, dass das dreifache F und der klamauksche Follower sie nur schrieben um die anderen Mitspieler Woche für Woche zur Weißglut zu bringen, gab es nach dem unbefriedigenden Finale beim SummerSlam 2014 (das finale Match der beiden konnte nicht stattfinden, da beide in die geschlossene Anstalt gepackt wurden) eine Fortsetzung der Story, die ausschließlich Fredy und dem Volker so unglaublich viel Spaß brachte. Den Rest jedoch auf die Palme. Im übertragenen Sinne. Nur noch höher als das Strandgewächs. Viel höher. Zu hoch für Mountain Biker. Mountains. Es brachte die Leser auf den Mount Everest. 
Insbesondere im Vorfeld des Royal Rumbles 2015 wurde Backlash wieder mit massenhaft „Neues aus der Anstalt“-Clips beglückt, in denen regelmäßig so richtig auf die Kacke gehauen wurde (bestimmt nicht nur im übertragenen Sinne, sondern auch wirklich im Segment. Mit der Faust. Auf den Haufen). So sollte unter anderem – laut Schreiber der Segmente – ein Insasse der Anstalt einen Platz im offiziellen Rumble Match von SAW erhalten. Dieser wurde in einem Anstaltsrumble ausgekämpft, der auf einem Matratzenstapel stattfand. Santino wurde in diesem Segment mit einer Comicpistole abgeschossen (woraufhin sich sein Gesicht wie in einem Cartoon schwarz färbte) und der massive Viscera verwandelte den Matratzenstapel ob eines Big Splashes seines hohen Gewichts dank einer fragwürdigen Gravitation zu einem Katapult, eliminierte so – trotz eines vollen „Rings“ – allerdings nur einen Teilnehmer. Obendrein kloppte sich James Storm mit sich selbst, ein sensibler Yucko notierte die Eliminierungen von NUTELLA statt Marella, MONTECRUNCHY statt Monty Brown, Mahagony statt Mahal u.ä., Sting tat so als wäre er ein Kameraobjektiv (nachdem er nicht mehr so tat, war das Bild mangels Objektiv unscharf und anschließend schwarz) und am Ende gab es natürlich ein Unentschieden und einen Draw (von Streichhölzern). 
„Was für ein Quatsch!“
Die Kamera zoomt heraus und zeigt einen ratlosen Jinder Mahal, einen nachdenklichen Santino Marella und einen weinenden Yucko die sich diesen Beitrag soeben in der Anstalt auf einem Fernseher angesehen haben. Der traurige Yucko schnäuzt sich triefend in die Haut der Teenagerpython mit Namen Teenypythy die aus Rache dafür Santinos Kindertiger Tigy zu einer Erektion würgt. Zeitgleich hat James Storm sich selbst in einem Side Headlock und ringt – neben mit sich selbst – auch noch mit seiner Fassung. Edge ebenso. Allerdings mit der Fassung einer Glühbirne. Aus dem Spiegel betrachtet ein begeisterter Edge mit spitzen Zähnen und feuerroten Teufelsaugen die Szenerie und frittiert sich mit einer Flamme aus seinem Zeigefinger ein Snickers. Von hinten springt Ezekiel Jackson wie ein Delphin aus einem Meer aus Feuer und schnappt Edges finsterem Bruder den Riegel aus der Hand. Dann erkennt er kauend:
„God has made them and Ezekiel is gonna eat them! Mampf. Mampf. Mampf.“
Einen Kameraschwenk weiter attackiert ein aus Spaghetti geformter Viscera gerade einen quer durch den Raum fliegenden Julan Madsen und verschlingt ihn. Allerdings tat Sting nur so als ob diese Szenen gerade wirklich passieren würden und wir sehen einen weißen Raum. Ohne Menschen. Ohne Möbel. Ohne Wände. Gar nichts. Haben Sie etwas gesehen? Wirklich? Das war alles nur ein Produkt ihrer Fantasie. Sie sollten Sich Hilfe suchen. Wirklich. In diesem Moment entern 4 Pfleger in weißen Kitteln den Raum und stopfen Sie – zu Recht – in einen weißen Kittel. Sie sollten sich schämen so einen Blödsinn zu denken. Da sagen wir entschieden: „Was für ein Quatsch!“


Funk Gruesome (Latino Nation Memorial Award)

Wem gibt man den Latino Nation Memorial Award in einem Jahr, in dem Cyrus nur eine Handvoll Segmente geschrieben hat? Es muss jemand sein, der eine ganze Menge Potential verschenkt. Am Besten jemand, der das mit System tut, vielleicht sogar absichtlich - und da gibt es auch aktuell jemanden bei SAW. Sei es mit dem Undertaker, der jahrelang kein World Champion werden durfte, oder Ozz, der abgegeben werden sollte, als er in den Main Event kam. Sei es mit Jens Samuel, dessen großer Durchbruch ohne Kimono-Hao Mi zwei Jahre früher hätte kommen können, oder sei es, wie in diesem Jahr, Funk Gruesome, bei dem für den Follower jedoch alles ein bisschen anders lief. Denn der war im letzten Jahr bereits Rumble-Sieger und Kurzzeitchampion, verlor er den Gürtel doch nur wenige Minuten nach seinem Titelgewinn bereits wieder. Was damals perfekt zu ihm passte, stand er doch kurz vorm Main Event, war aber noch nicht auf einem Level von Jesus Jens oder Prof. Dr. Met. Der endgültige Sprung in den Main Event schien nur eine Frage der Zeit und in diesem Jahr, nach einer überraschend tollen Fehde gegen AfRon, sollte er endlich durchstarten. Was folgte, muss man aber fast schon als absichtliches untenhalten des Followers bezeichnen. Gruesome lieferte sich in der Fehde mit Matthew Hunter ein absurderes Segment nach dem nächsten, was seinen vorläufigen Höhepunkt im Verspeisen eines Backstagemitarbeiters fand. Das stand so im Segment. Das kann man im Nachhinein auch nicht schönreden. Der Wut Dude war immer schon eine außergewöhnliche Figur, aber der Schwachsinn wurde in diesem Jahr auf Zauberkreide-Niveau gebracht und gäbe es nicht Morrison vs. Reyes, wäre es die wohl schlimmste Demontage eines Wrestlers 2015.