Gimmickmüll 2016


Junges Gemüse sucht stramme Bäckersbuben

Man nehme zwei Mexikaner (?), setze ihnen Masken auf, färbe diese grün und benenne sie nach mehr oder weniger beliebtem Gemüse. Zack feddig, erfolgreiches Tag Team! Korrekt? Nun, an diesem simpel klingendem Rezept versuchte sich unser allseits beliebter AfRotaker bei der diesjährigen 6. NXT Staffel. Bekannt für seinen subtilen Humor („Lol“, „1“) und regelrechte Plaudertaschen (AfRon), dachte er sich, dass eine Mixtur aus diesen beiden Geheimzutaten ein sicheres Erfolgsrezept für das siegreiche Abschneiden bei NXT sein würden.
Also alles schnell vorbereitet, Zutaten zerhackstückt, in einen Topf geschmissen, gut durchgerührt und auf Temperatur gebracht, eventuell hier und da mit einem Fingerchen genascht (das kann er nicht lassen), dann noch hastig eine Prise Mord eingestreut und fertig sind die Verduras Verdes, El Brócoli und El Pepino. 
Ihr erster Auftritt leitete auch sogleich ihre einzige erinnerungswürdige Story ein. Dabei ging es einzig und allein um die Dekoration des gemeinsamen Zimmers in der NXT Knochenmühle, das sie sich mit den Baker Boys teilen mussten. Mit diesem über Wochen gut aufgebauten Konflikt stachen sie im sonst eher (showübergreifend) storyarmen NXT durchaus heraus und wussten zu unterhalten. Wie schon beschrieben ließen sie dabei anfangs eher Taten sprechen als Worte; dekorierten um, zeigten elegante Kunststücke und wurden schließlich gar Zeugen eines grausamen Mordes. Spannend, denkt sich der gemeine Fan und das wäre es sicherlich auch gewesen, wenn darauf im weiteren Verlauf nochmal eingegangen wäre, aber das Gemüse – oh Wunder – verschwieg die Situation einfach.
Dafür gab es aber eine andere Entwicklung. Pepino, die Gurke, sprach plötzlich! Zwar nur auf Spanisch, aber immerhin. Ob von Anfang an geplant oder eine Reaktion auf die doch eher verhaltenen Reaktionen der Fans ist unklar, jedoch erfüllte es den Zweck zum ersten Mal Interesse an den beiden zu generieren. Hinzu kam die aufgeworfene Frage, ob die beiden überhaupt echte Luchadors seien. Interessante Ansätze, die jedoch durch das jähe Ende ihrer NXT Karriere nach NXT #6 leider nie weiter ausgeführt wurden. Genauer gesagt, wurden sie nach ihrem Ausscheiden vom anscheinend bereits gesättigten AfRotaker gänzlich fallen gelassen, schafften es jedoch trotzdem auf mysteriöse Art und Weise einen ECW Vertrag zu ergattern und sich in mit sparsamen Auftritten als Spione des Spiritum Novum zu verdingen. Gerüchten zufolge ist ihre lange Abwesenheit mit einem monatelangen, geheimen Ninja-Training zu erklären. Vielleicht bietet dies gleichzeitig die lang erwartete Erklärung dafür, dass man sie nur so selten zu sehen bekommt. Vielleicht sind sie immer da, lauernd, lauschend, unsichtbar, immer auf der Mexikaner-Hut, immer einsatzbereit. Dies würde sie zwar zum wahrscheinlich gefährlichsten Gemüse der Welt machen, jedoch wäre dieses Gimmick dann doch eher für die nächste „Where's Waldo?“ Ausgabe zu gebrauchen, als für eine Wrestlingshow in der es darum geht sich als mitreißende Charaktere zu beweisen.
So sind Las Verduras Verdes mittlerweile vielleicht doch eher als Marrón oder gar Mohoso zu betiteln, umso besser, dass sie nun endgültig auf dem Gimmickkompost 2016 landen und so eventuell doch noch als Dünger für eine grünere Zukunft herhalten können.


LOLrys

Bei SAW ist es ja immer so eine Sache mit Faces. Es ist gar nicht so einfach einen Face zu schreiben, der moralisch wirklich auf der sicheren Seite steht, ohne gleich pures Klischee und Abziehbild zu sein, das bekanntlich bei der eher eingeschworenen Fangemeinde seine Probleme hat, obwohl er doch bei den fiktiven Fanmassen hervorragend ankommt. Auch, wenn nicht unerwähnt bleiben sollte, dass die SAW-Fans weit offener scheinen, als es der übliche WWE-Meckerer gemeinhin ist. Ein probates Mittel jedenfall für einen Face war es daher seit jeher, diesen mit einer gehörigen Portion Klamauk zu schmücken. Schließlich mag eigentlich jeder Mr. Bean. Das hat immer funktioniert, wenn nicht grade ein Brand gänzlich davon überschwemmt wurde, sodass vornehmliches Showziel nurmehr der größte Lacher des Abends war. Das war erstaunlicherweise überhaupt nicht der Fall, als Daniel Bryan bei Ignition zurückkehrte und sich im Großen und Ganzen auf eine Silbe beschränkte: "LOL!". Dies skandierte er fröhlich jedem entgegen, der es hören wollte und natürlich denen am meisten, die es nicht hören wollten. Trotzdem hielt sich die Begeisterung bei diesem Comeback dann doch in überschaubaren Grenzen.
Vielleicht lag es daran, dass Daniel Bryan mal der Prototyp einer Wrestlers war, der schon aus purer Absicht versuchte, so wenig unterhaltsam wie möglich zu sein, bestanden frühere Segmente mit ihm und Nigel McGuinness im Wesentlichen daraus, dass Holds in endloser Abfolge ausgetauscht wurde. Andererseits ist das lange her und insofern ist es schon einigermaßen glaubwürdig, dass sich jemand auch mal grundsätzlich ändern kann. Vielleicht lag es aber eher am Schreiber: AfRotaker. Der hat ja in der Vergangenheit immer mal wieder gezeigt, dass er es beherrscht, einen Gag – also wirklich nur einen – immer wieder auszureizen, bis er tatsächlich jeden Witz verloren hatte. Und dann natürlich knallhart weiter zu machen. Ähnlich trashig mutete auch Daniel Bryan an. Er war aber doch ein Farbtupfer in einer Zeit mit eher weniger Humor und hatte dann doch auch ein bisschen mehr zu bieten, präsentierte er schließlich immer wieder Motive für sein neues Verhalten. Er schlussfolgerte sich und sein Verhalten stimmig aus seiner Vergangenheit. So wundert es nicht, dass er mit seinem Alleinstellungsmerkmal aufstieg. Er bekam seine Chancen, um Titel zu ringen, auch wenn er sie (noch) nicht nutzen konnten und freute sich damit zunehmender Beliebtheit. Warum ist der dann im Gimmickmüll?
Er wurde gecyrust. Gerade als seine Beliebtheit in einer Fehde mit Adam Cole neue Höhen erreichte, passte doch grade dieser, der nur aus monetären Gründen antritt, ideal zu dem Spaß-Wrestler Daniel Bryan, hörte AfRo mehr oder minder von einer Woche auf die andere auf, ihn zu schreiben. Freilich ohne Ankündigung. In bester Cyrusmanier eben. Da ist Potential und guck mal, da ist auch Nebel. Lol, ich bin dann mal weg. Da er grade in einem Turnier um den Initial Ignition Title stand, das er gut und gerne hätte gewinnen können, musste er zwangsweise verletzt werden. So landete ein vielversprechendes Gimmick in perfekter Position schlicht und ergreifend im Müll und rechtfertigt so den Eintrag an dieser Stelle. Ein Hoffnungsschimmer soll diesen Eintrag aber abschließen, feierte Daniel Bryan doch noch im selben Jahr ein weiteres Comeback. Von seiner Verletzung erholt, lolt er wieder bei Ignition. Tatsächlich scheint er auch keinen Schaden genommen zu haben. Schließlich sicherte er sich beim letzten Ignition 2016 den Titleshot um den Initional Ignition Title, den er sicher auch schon ein halbes Jahr früher hätte bekommen können, hätte er nicht den Umweg über die Tonne des Gimmickmülls gemacht. Manchmal muss man Wrestler halt doch zu ihrem Glück zwingen. Lol.


Nanook, Magnus Gustafsson, Ratte und… Lukas Wagner?

Die sechste NXT-Staffel brachte in diesem Jahr ein völlig neues Konzept. Viel detailliertere Challenges, ein eigenes Trainingsgelände mit jederzeit verfügbaren Trainern, und nicht zuletzt eine eigene Show, die zeitweise wie ein drittes Brand wirkte, ohne dabei seine Verbindung zu ECW zu verlieren. Dieses neue NXT lockte nicht nur nahezu alle aktiven Mitspieler an, sondern auch einige ehemalige Mitspieler – darunter C van Dam und whatti. Dass bei so vielen Teilnehmern auch einige weniger erfolgreiche sein würden, war abzusehen. Es wäre halt nicht SAW, wenn das, was in die Hose geht, nicht ordentlich in die Hose geht, sprich, nichts gemacht wird. Da ist Lukas Wagner, der vielversprechende Deutsche, der nicht mal ein Monat durchgehalten hat. Noah Frick, nach dessen Gimmick noch heute gesucht wird. Und all die Fragen, die Kamiccolo aufwarfen, ohne dass man sie je bei einer richtigen ECW Show zu Gesicht bekam. Wohin ist Pecundang verschwunden, nachdem er so viele Probleme mit seiner Frau hatte? Warum hat Nicolas Pereyra in wenigen Wochen eine neue Sprache gelernt, wenn er sie dann in nicht einer einigen ECW-Promo benutzt hat? Und was ist mit den Baker Boys passiert? Es ist einfach schade, denn ausnahmslos alle dieser Leute hätten 2016 ganz groß und 2017 noch größer werden können.


Die Oldschoolfehde

Eigentlich ist diese Geschichte ja zu traurig um sie im Gimmickmüll zu porträtieren. Und möglicherweise wäre Noah Frick gar nicht hier gelandet, wenn die Umstände andere gewesen wären und alles anders gelaufen wäre als es eben ist. Möglicherweise wäre seine Comebackstory nicht im Sand verlaufen, sondern wäre der Startschuss einer grandiosen SAW-Karriere geworden, inklusive mehreren Titelregentschaften und anschließender Einführung in die Hall of Fame selbstredend. Vielleicht hätte es nicht so weit kommen müssen, wie es gekommen ist, vielleicht hätte man Noah von Anfang an anders darstellen sollen, vielleicht, aber nur vielleicht, hätte das viel anderes verhindert. 
Aber hätte hätte Fahrradkette. Es ist gekommen, wie es gekommen ist und daher schreibe ich wohl berechtigterweise diese Zeilen über einen neuen Charakter im Gimmickmüll. Carlos Noah Frick.
Noah Frick startete seine kurze Karriere bei NXT VI, der größten NXT-Show aller Zeiten unter den wachsamen Augen von Klaas Körbler und den fähigen Coaches. Noah stellte sich… naja, da fängt es schon an. Er stellte sich gar nicht vor. Zumindest nicht im dafür vorgesehenen Vorstellungsthread. Das war schon mal kein optimaler Start würde ich sagen, aber da sich weitere 3 Wrestler nicht vorstellten, noch kein Beinbruch. Der Liechtensteiner (nicht zu verwechseln mit dem Fußballer) teilte sich mit Tigran Papazyan ein Zimmer und bei NXT #1 gab er sich dann doch zu erkennen. Und dieser Charakter startete auf jeden Fall verheißungsvoll. Arrogant, egomanisch, offenbar Schriftsteller und Wrestlingvergangenheit. Noah Frick bot einiges an Potential. Allein die Art der ersten Begegnung mit Tigran lies auf einiges hoffen. Auch dessen zweiter Auftritt bei der zweiten Ausgabe von NXT war noch nichts, was den Gimmickmüll rechtfertigen würde. Aber wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe…
In der nächsten Folge glänzte Frick mit Abwesenheit, keine Challenge, kein Segment, kein Vorbeilaufen im Hintergrund, kein Husten aus der Ferne, kein Anruf, kein Brief. Nichts. Ein kleiner, nichtiger Fauxpas? In der nächsten Ausgabe war er wieder da und wer sich auf Auflösung gefreut hatte oder eine Erklärung, oder Irgendwas wurde bitter enttäuscht. Noah war einfach da und verrichtete sein Tagwerk. Also, mehr oder weniger. Er spielte Gameboy während Magnus trainierte und nannte das Ganze eine Challenge. Diese „Mir ist alles egal“-Attitüde kannte man bereits von Carlo-Wrestlern, es war sozusagen ihr Markenzeichen. Fricks Einstellung zu NXT legte die Latte aber noch um einiges höher. 
Das Ganze zog sich dann so weiter. Die nächste Challenge, bzw. die nächste Show, wurde ebenfalls ausgelassen. Frick ließ sich nur blicken, um von Körbler niedergestaucht zu werden. Wenn man das Ganze im Kayfabe betrachten würde, klingt das alles nach Storyline, nach einer größerem Ganzen, einer Geschichte, die interessant werden könnte, wenn man ihr nur Zeit lässt sich zu entwickeln. 
Nun… Das gab es nur leider nicht. Hinter den Kulissen rumorte es. Fehlende Abstimmungen, fehlende Partizipation am Gesamtprodukt NXT, für das man sich freiwillig angemeldet hatte, stießen bei vielen auf Unmut. Unterm Strich blieb für Noah Frick und seinen Schreiber folgendes Urteil:
Von 5 Challenges wurden 2 komplett ausgelassen, 2 ordentlich erledigt und bei einer war der Wrestler zumindest anwesend. Von diesen drei Challenges waren zwei eine Teamchallenge. Gevotet wurde auch nur 2 Mal. Im Endeffekt endete Fricks Karriere noch vor NXT #6 als er von Körbler gefeuert wurde. 
Ende gut, alles gut? Leider nicht. Denn diese „Kayfabe“-Vorgeschichte gab Carlo nochmal neuen Ansporn. Er wollte etwas mit Frick machen, diesem Charakter, dem viele großes, ungenutztes Potential bescheinigten. Gemeinsam wurde eine NXT-Story entwickelt und tatsächlich kam Frick bei NXT #7 zurück. Zumindest versuchte er es. Was dann folgte waren Segmente, bei denen Frick wieder zurück wollte, Körbler ihn aber immer abblitzen ließ. Frick wurde wieder interessant, Carlo war wieder engagiert, etwas aus diesem Charakter zu machen, doch dann…
Am 30.05.2016 saßen Körbler und Noah Frick in einem Restaurant um über ein mögliches Comeback zu schwadronieren. Eins ergab das andere und mit einem durchaus positiven Ende wurde ein Comeback sogar in den Bereich des Möglichen katapultiert. Nur zwei Wochen später sollte sich dieser Gedanke jedoch zerschlagen. Carlo erklärte seinen Rücktritt aus SAW. „Point of no return“ stand da zu lesen und kam für viele, trotz der Vorgeschichte, dann doch überraschend. Wir gehen hier und jetzt nicht auf Details ein, die möglicherweise eh dem einen oder anderen schon bekannt sind, eines sei jedoch noch gesagt:
Egal wie man die Sache miterlebt hat, was man miterlebt hat oder welche Meinung man dazu hat. Klar sollte sein, dass die Geschichte um Noah Frick, die unweigerlich mit Carlos Abgang aus SAW zu verbinden ist, nicht unbedingt eine Sternstunde von SAW war. Für alle, beteiligt oder unbeteiligt, war es vor allem eines:
Gimmick-Müll!


Kalisto - Der herabkommende Gott

Die Zukunft ist die Zeit, die subjektiv gesehen der Gegenwart nachfolgt. Das Wort geht auf das Verb kommen zurück und hatte im Mittelhochdeutschen noch eine religiöse Dimension im Sinne eines bevorstehenden „Herabkommens Gottes“, was sich auch an der identischen Wortbildung des lat. ad-ventus „An-kunft, Zu-kunft“ (vgl. Advent) zeigt. Forschungsansätze, die sich mit den Methoden unterschiedlicher Disziplinen mit Zukunft befassen, werden als Zukunftsforschung und Futurologie bezeichnet. Merkt euch dieses Wort. Futurologie ist das, worum es gegangen sein wird...äh, werden sein wird...ähm...ja. Ihr seht, worum es geht. Kalisto. Er ist ein Wrestler, der im Jahr 2016 bei Ignition sein Debüt feiern werden können gehabt haben wird. Erst ging es ganz viel um Mexiko, Schauspieler und Nazis, doch das sollte schnell der Vergangenheit angehören. Denn Kalisto wollte Wrestler werden und hat sich dazu entschloßen, nur im Futur II gesprochen haben zu werden wollen. Warum, das weiß man bis heute nicht. Scheint auch seine Fehdenpartner oder Interviewer nicht großartig zu interessieren. Die Fans übrigens wohl auch nicht mehr. Kalisto wird zwar immer wieder im Ring auf sich aufmerksam gemacht haben, auch seine Storys werden in der Regel gut angekommen sein. Er wird beliebt gewesen sein. Doch dann wird er seinen Mund geöffnet und alles zerstört haben. Da 2017 in der Zukunft liegt, scheint dies die perfekte Möglichkeit für Wil...äh, Kalisto, seine Zukunft gerade biegen zu können, eine Sprachschule zu finden (oder wenigstens ein Mikrofon, um sich zu erklären) und sich dann ständig zu verhaspeln getan werden haben. Oder so. Ihr wisst schon.


Was ist das für 1 Comeback²?

Man kennt das. Man schlendert durch Berlin. Dann ertappt man sich dabei, während man mit einem veganen Röhrchen einen Schluck von seinem laktosefreien Mango-Chai-Latte-Smoothie-Lassi mit Grünkohl macht, festzustellen, dass man wohl im Laufe des Tages gekleckert hat und ein kleiner brauner Fleck die flauschige Oberfläche des eigenen modischen Holzfällerhemdes ziert. Freilich gelingt es einem nicht mehr zu rekonstruieren ob der Fleck nun vom Smoothie-Lassi-Getränk kommt, vom morgendlichen Matcha-Genuss oder der leckeren Club-Mate, die man mittags zusammen mit dem Grünkernburger zu sich genommen hatte. Schlussendlich zeigt der unausweichliche Blick in den Spiegel dennoch das eigene, wahre Gesicht und man fragt sich: „Was ist das für 1 Fleck?“
Weiße Westen sind selten geworden. In den Zeiten des Brexit, Zeiten des Recep Tayyip Erdoğan, Zeiten des Donald Trump und Zeiten des Vereins Rasenballsport Leipzig. Dennoch gibt es Unterschiede. Beispielsweise zwischen der Weste des FC Bayern München und der des Hamburger Sportvereins. Während die Trachtenweste der bajuwarischen Millionentruppe sicher auch den einen oder anderen Fleck zu beklagen hat, hat sie sich dennoch im Laufe der Jahrzehnte etwas von ihrem rot-blauen, ländlichen Glanz erhalten. Eifrigen Bergmadla, Rosi mit der 32 16 8 und ihren Saugfähigkeiten sei Dank. Die mitgenommene Weste der Hamburger Urzeittruppe hingegen ist ein einziger Flickenteppich. Ein befleckter Flickentteppich. Fast schon ein Fleckenteppich. Wie glaubwürdig wäre ein Spekulant, der Ihnen empfehlen würde, in letzteren – den HSV - zu investieren. Würden Sie diese Empfehlung aussprechen? Würden Sie diese Empfehlung annehmen? Würden Sie versuchen dem HSV sein Comeback auf die Europapokalbühne zu ermöglichen?
Mit den Comebacks ist das so eine Sache. Vor allem bei SAW. Manche verlaufen toll. Erinnern wir uns hier zum Beispiel an das Comeback des Mitspielers Hells Guardian, der 2014 ein fulminantes Comeback zu SAW feierte und sowohl Masaru Watanabe als auch Thunder Rumba zurück an die Spitze ihrer jeweiligen Divisionen führte und gleichzeitig bei Backlash und Ignition mit neuen Leuten frisch durchstartete. Ohne Hells Guardian nun mit dem FC Bayern München vergleichen zu wollen – nichts läge mir ferner als das – gilt es an dieser Stelle allerdings zu erwähnen, dass die Aussichten auf ein gutes Comeback des Höllenwächters auch relativ groß waren, zu gut war seine Arbeit als GM und Mitspieler zuvor und zu zuverlässig zeigte er sich über die Jahre. Doch nicht jeder der ein Comeback plant, anstrebt und/oder durchführt ist ein Hells Guardian. Leider gibt es da auch den Hamburger SV oder auch den DJK Mistendorf. 
Als die neue Staffel von NXT im Januar 20167 startete war das Motto des Wettbewerbs schnell klar: Höher, schneller, weiter, toller, besser, schöner. Aus diesem Grund war das Teilnehmerfeld so groß wie noch nie; selbst der 2015er Hall of Famer C Van Dam wollte einen Teilnehmer stellen. Und die Qualität von C Van Dams besten Workern ist unbestritten – man braucht sich dazu beispielsweise lediglich die Beispiele Chris Connor oder Van Dam ansehen. Doch leider ist auch unbestritten, dass die Qualität von C Van Dams schlechtesten Workern durchaus bestritten werden kann – bzw. – bestritten werden muss. Mit Flammenwerfern, Atombomben und Betoneseln. Man braucht sich dazu beispielsweise lediglich die Beispiele „The Snake“ Chris Connor oder „ich beiße mir sehr fest auf die Lippe um zu zeigen wie Psycho ich bin“ Van Dam ansehen. Bei NXT Staffel VI sollte alles besser werden. Zum Start wurde ein Charakter mit Hintergrundgeschichte entworfen – der besorgte Bürger Lukas Wagner. Auch die erste Challenge wurde gut bewältigt, als sich Wagner gemeinsam mit Goodhope Mortimer einen Platz unter den Top-Rookies sicherte. Doch direkt danach flog der erste Torpedo aus Richtung C Van Dam auf seinen eigenen Worker. Er vergaß zu voten und kassierte somit Strafpunkte. Einmal auf den Geschmack gekommen zog der blitzschnelle Christian sein Spiel weiter durch und wurde noch während dem laufenden Wettbewerb genervt von den General Managern aus der Show geschmissen. Lukas Wagners Geschichte bei ECW/NXT ist also ähnlich zu der des Bubble Tea und wäre mir Rohrkrepierer noch euphemistisch umschrieben. Dass Wagner zu allem Überfluss noch in derselben ECW Show gestrichen wurde wie Carlo Pedersolis Noah Frick, soll nur eine kleine – aber sicher nicht überraschende – Randnotiz für unsere Leser sein. Zusammenfassend kann man an dieser Stelle aber sicher die Frage stellen: „Was ist das für 1 Comeback?“

Doch aller guten Dinge sind Zwei. Erinnert sich noch jemand an die Story rund um Funk Gruesome, Ali Bin Way und Steve Grammond? Bin Way und die unnachgiebige Metal Machine wurden backstage von einem Unbekannten niedergeschlagen. Kurz darauf tauchte ein Mann mit Kutte auf und faselte ähnliches Zeug wie ein fehlgeleiteter Prediger in seiner eigenen Kirche des Hasses. Dankbarerweise offenbarte das Segment direkt dass es sich hierbei ganz sicher nicht um Dean Morrison handeln könne, der der würde ja anders sprechen. Dann wurde es still um den Mann mit der Kutte, Ali kloppte sich weiter mit Grammond und Gruesome bekam mit Merlin einen neuen Gegner/Partner spendiert, dem rückwirkend die Taten des geheimnisvollen Kapuzenmannes zugeschrieben wurden. Das war jedoch zu keinem Zeitpunkt intendiert gewesen. Eigentlich war der Kapuzenmann nämlich Chayne Saw. Der Soulhunter. Das einzige was diesem Comeback im Weg stand war sein Schreiber, Chayne. Denn der meldete sich zwischen zwei Shows einfach nicht mehr auf die Nachrichten AfRos, des Followers und Triple Fs, sodass seinem Worker dann ganz schnell der Saft abgedreht wurde. Betrachtet man sich Chaynes bisheriges ECW-Resümee ist das Ausscheiden seines Workers keineswegs überraschend, böse Zungen behaupten sogar man hätte damit rechnen müssen, nachdem es Chino bislang doch jedes Mal aufs Neue geschafft hat, seine Fehdenpartner oder –gegner jedes Mal aufs Neue auf lange Sicht hin hängen zu lassen. Da sich an dieser Stelle also eher die GMs und Machthaber fragen sollten, was das für 1 Comeback war, kann man letztlich sicherlich abschließen mit der Frage „Was sind das für 2 Comebacks?“ Da kein Mensch allerdings jemals auf die Idee käme eine Zwei mit 2 abzukürzen und kein Mensch auf der Welt das verstehen würde, haben wir uns hingegen dafür entschieden die Frage umzuformulieren: „Was ist das für 1 Comeback²?“ Money Boy gefällt das.


Es gibt ihn noch, den klassischen Gimmickmüll. Eine Idee, die so absurd ist, dass man noch in Jahren davon sprechen wird. Eine Fehde, die noch bei vielen Anniversary Shows Erwähnung finden wird. Ein Gimmick, das noch beim Royal Rumble 2037 für ein Nummerzieh-Segment benutzt werden wird. Oder ein Segment, das fast einen neuen Eintrag in die SAW-Terminologie rechtfertigt. Letzteres hat in diesem Jahr ein Mitspieler vollbracht, von dem man es einerseits zwar schon erwartet, von dem man dann aber letztendlich doch überrascht ist. Die Rede ist von der KS Mafia des Followers – richtig gelesen, SAWs Tag Team der Dekade. Auf einem Trip in die alte Heimat der Kosovoalbaner, dem Kosovo, entdeckten die beiden, dass sie ihre Muttersprache verlernt haben. Wegen ihrem neuen dekadenten Lebensstil. Ihre Muttersprache. Verlernt. Follower, ich bitte dich!

I kam harruar gjuhën amtare!


Höher, schneller, weiter – Ich verpiss mich

NXT sollte dieses Jahr größer und besser als je zuvor werden. Die Talentsuche von ECW wurde gar als eigenen Format produziert. Die Rookies erhielten ein eigenen Trainingshaus mit Unterbringung in Berlin, wo sie natürlich rund um die Uhr überwacht wurden. Muss man sich als Wrestler bei SAW aber eh dran gewöhnen. Dieses Größer-Prinzip galt natürlich auch für die Challenges und so griff man für eine Show auf ein bewährtes Rezept zurück: Die Cluedo Challenge. Nur größer eben. Hierbei hat man eine spezielle Aufgabe, die man zu lösen versucht. Dazu wird man in bester Pen&Paper-Manier vor Situationen gestellt, auf die man live mit dem GM reagiert, was wiederum neue Strängen und Probleme verursacht, mit denen es umzugehen gilt. Am Ende ergibt sich ein vorher nicht bestimmter Handlungsverlauf, aus dem der Wrestler seine Schlüsse zu ziehen hat, um das ursprüngliche Rätsel zu lösen. Zumindest sollte er aber eine Lösung anbieten können.

Klingt spannend? Ist es auch. Besser gesagt, war es auch. Bei NXT 5. Dort wurde der realmansman nieder geschlagen und es galt, herauszufinden, wer es denn gewesen ist. In diesem kleinen Rahmen, gelang es allen Teilnehmern, am Ende eine durchaus unterhaltsame Theorie zu entwickeln, wenn auch keine das wirkliche Geschehen aufdeckte. Jetzt sollte die Challenge aber ungeahnte Größe annehmen. In ganz Berlin war der gestohlene NXT Title zu finden. Dahinter steckte eine vermutlich sinnige Geschichte, wenn ich auch zugeben muss, diese nicht im Ansatz verstanden zu haben. Tatsächlich erinnerte sie an ein Drehbuch von Arthur Spooner. Da gab es eine Fraktion Maskierte, aber auch Vermummte. Die schienen gegeneinander zu arbeiten, aber freilich trafen sie sich auch nie so wirklich und zwischendrin standen wieder ganz andere Segmente. Vielleicht waren es aber doch die gleichen. Kapiert hat das eh keiner.
Problematisch war wohl vor allem, dass die krude Geschichte für die Segmente von entscheidender Bedeutung war, was für den Angriff auf den realmansman seinerzeit grade nicht galt. Hier mussten die Wrestler also so gelotst werden, dass sie Anbindung an die Hintergrundgeschichte erhielten. So verhalten sich Wrestler bekanntlich aber nicht. In der Hauptsache kümmern sie sich allein um ihren eigenen Scheiß, oder laufen völlig planlos die Stadt hoch und wieder runter. Also musste im Notfall halt mal der Holzhammer ausgepackt werden und der Rosa Elefant wurde schlicht durchs Bild geschickt, damit der Wrestler endlich mal die Reaktion zeigt, die der GM sich von ihm wünscht. Beziehungsweise halt die Vermummten. Oder die Maskierte. Oder, ach, auch egal, interessierte die Wrestler eh nicht. Schließlich gab es ja Dönerbuden, die aber nur noch psychedelisches Popcorn verkauften, damit ja keiner auf die Idee kommt, sich dort hinzusetzen und gemütlich Döner zu essen, statt sinnlos im Olympiastadion rumzugraben. War aber freilich auch nicht richtig. Die ganzen rosa Elefanten hatten hingegen ein weiteres Problem. Man hatte als Spieler keinen Schimmer, was die von einem wollten. Schließlich hatte man grade keinen Überblick und wusste eben nicht, was dieser Quatsch einem sagen sollte. Vielleicht hätten man denen das psychedelische Popcorn anbieten sollen. Oder doch in rauen Mengen selbst fressen?
Jedenfalls kam es letztlich, wie es kommen musste, die Show machte von vorn bis hinten keinen Sinn. Die Wrestler liefen die ganze Challenge sinnlos umher, während verstreut doch in den Segmenten reichlich Hintergrund-Unsinn geschah, dem der Zusammenhang fehlte, weil Wrestler eben keine Großwildjäger sind. Bezeichnend ist dabei mehr als alles andere, dass Ratte die Challenge gewann. Mit der Story konnte auch er nichts anfangen und schloss diese damit ab, dass er öffentlich auf das wirre Script hinter der Challenge urinierte. Als Schluss bleibt, dass manchmal eine gute Idee eben nicht besser wird, wenn man ordentlich heiße Luft reinbläst, um sie größer zu machen. Manchmal platzt die Idee dann einfach und es zeigt sich, dass ein Ballon mit zu viel heißer Luft noch schlechter ankommt als einer mit wohlig warmen Urin. Töröhh.


50 Shades of Grey

Hallo. Kennen Sie SAW? SAW ist eine Fantasy Wrestling Liga. SAW gibt es mittlerweile schon 10 Jahre und einige Mitspieler sind quasi seit dem Anfang dabei. SAW hat viel mitgemacht und Jahre lang großartige Unterhaltung geboten. Ob nun eine in Real Life ausartende Fehde zwischen AfRotaker und Hells Guardian, ein Epos der Zerstörung rund um James Mitchell und die Heaven’s Fallen Children, wunderbar liebevoll erzählte Geschichten in Etappen wie die Leiden des jungen Kaa Haali, die Formierung der Homefront Army, den Aufstieg von Chris Connor, das Treiben im CarniVale oder aber auch Kuriositäten wie die Steiners, den alkoholkranken James Storm, einen mit Scheichs Geschäfte machenden William Regal oder den Geheimagenten Jack Crow. SAW hatte sie alle. SAW hat auch noch Charaktere und Geschichten die ein Level weitergehen, wie den androgynen Jens Samuel, die in 2-D auf diese Welt gesetzten Brüder Max & Paul Brandt, den Mann ohne Theme, Georg Hackenschmidt, den italienischen Koch und Supersizilianer Santino Marella, die Depression Fighters, Frakazoid, zwei Ravens oder 1 Atommonster. Festzuhalten ist: SAW hat Charaktere. Der Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn ist manchmal schmal. Wenige Millimeter. Doch was über die Jahre hinweg als unumstößlich galt war die eiserne Faustregel: SAW hat Charaktere. 
Heute scheint das anders. Während sich bei alten GM-Treffen bzw. Diskussionen zum Thema Gimmickmüll die Anwesenden kaum vor Vorschlägen retten konnten und die zig Vorschläge lange und breit ausdiskutierten, dabei wiederholt die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn neu definierten, brachte die Diskussion des Jahres 2016 ein ganz anderes Bild. Gähnende Leere. Wenig Vorschläge, wenig Input, wenig Interesse. Wäre SAW 2010 eine bunte zweidimensionale Welt mit zitronengelben Sonnen, grasgrünen Wäldern, Schweinchen-rosanen Pumeluffs, purpurnen Tentakeln, orangenen Orangen, die regenbogenfarbenen LSD-Trips oder feuerroten Kuschelpunkten gewesen, dann kommt 2016 eher daher wie ein beschauliches Häuschen in schwarz weiß. Sicher, es gibt da an der Wand das großartige Van Goch Portrait neben der Abhandlung von Arthur Schopenhauer und ein paar weiteren Schätzen. Aber blickt man mal etwas näher hin, ist alles andere einfach schwarz weiß. Da ist ein nett geschriebenes Buch. Daneben auch. Und was ist das daneben? Klar, wieder so ein nettes Büchlein. Kann man gut lesen, man wird sich allerdings schon morgen nicht mehr daran erinnern. Und so nett das alles zu lesen ist und so gut die Kunstwerke an der Spitze zum Teil sind. Ich will mein verdammtes rosafarbenes Pumeluff. Ich möchte meine roten Kuschelpunkte, meine LSD-Trips, meine kunterbunten Geschichten, meine Papa Legbas, meine Julan Madsens, meine Table Limit Draws, meinen Jens Samuel, meinen Missionar Ozz, den Anwalt David Otunga, die Regal-Wurst, meine Geschichten aus der Anstalt, meine Depression Fighters, meine Atommonster, meine Steiners, meine Kinder-Brandts, meinen Tyr und – verdammt nochmal – meine Kurt Angle Show. Denn niemand erinnert sich an Test, an PURE, die Usos oder Ying & Young. Und 2016 war zum Teil verdammt nah dran an Ying & Young. Und wen es da sonst noch alles gab.
Wir haben mittlerweile bei SAW ein verdammt hohes Niveau erreicht was Storylines und Fehden anbelangt und steigerten uns Jahr für Jahr aufs Neue. 2016 ist das anders. Gefühlt zumindest. Irgendetwas fehlt. Trotz toller Geschichten und super Charaktere. Trotz einem bärenstarken Mysterious Maukisch, trotz dem Dreieck rund um Raven, Bray Wyatt und CJ Parker, trotz der vielleicht besten Tag Team Division aller Zeiten bei ECW und trotz dem frischen Wind bei Ignition. Irgendwie fehlt mir der Schwachsinn eines Wut Dudes, irgendwie fehlen mir die urigen Monologe von Karl Bauer, der Koopas-und-Gumbas-überrollende Wrestlinghistoriker, der menschliche Hund Rhyno, Earl Edge, Edge vor dem Spiegel oder Edgelein Wechseldich. Denn ohne Zauberkreide, keine Brandts, ohne Kimono-Jens, kein Phantom, ohne blau-rote Gesichtsbemalung, kein Dean Morrison als Breakthrough Champion und ohne Veh Khali kein Kaa Haali. Es gibt auch 2016 noch Farbtupfer im Roster. Einen Blinden. Einen Pantomime. Zwei Jackass-Jungs. Einen Zauberer. Einen Öko. Dennoch wollen wir die Schreiber an dieser Stelle daran erinnern, wieder mehr zu riskieren. Mehr Fantasie walten zu lassen, mehr Charaktere zu entwerfen. Nicht nur durch Nuancen mit Fine Liner. Gerne auch mal mit dem Holzhammer und Wachsmalkreide. Denn schon einst sagte die große Zauberkreide zur kleinen Zauberkreide: „Wachs mal, Kreide!“ Und das ist in den letzten Monaten etwas zu kurz gekommen. Und egal wie blödsinnig oder wie doof das Bild mit der Zauberkreide am Ende vielleicht sein mag. Zwischen 50 Shades of Grey fällt es ganz sicher auf.


Damien Sandow, oder "Wer ist eigentlich gerade der Kofferträger?"

Es war einmal ein Tag Team. Ein wunderbares Tag Team. Es nannte sich EGO. Doch dann war auf einmal nichts mehr wunderbar und EGO trennte sich. Was blieb? Alberto Del Rio verließ SAW, nachdem er kurz mit Justin Gabriel teamte und Damien Sandow versuchte sich in der Singles-Division. Erst mit kurzen, kleinen Fehden, die nicht so gut ankamen. Doch es wurde besser. Der Safety Inspector wurde geboren. Er bekam es mit Willow zu tun und später auch mit Kushida. Nun neigte sich Backlash allerdings dem Ende zu. War es auch ein Ende für Damien Sandow? Nein, denn Ignition erblickte das Licht der Welt! Und mit ihm ein gestärkter, zu allem bereiter Sandow. Der Safety Inspector fiel auf durch großartige Segmente und Fehden. Der Weg ging steil nach oben. Dolph Ziggler, Ricky Steamboat, Drake Younger und dann kam Wrestlemania. Der große Moment. Damien Sandow gewinnt das Money in the Bank Ladder Match und sichert sich eine zukünftige Titelchance. Zack Sabre Jr. machte sich beim Judgment Day einen Spaß daraus, Sandow erst den Koffer abzunehmen und ihn dann eine Woche später wieder an Sandow zu verschenken. Danach war es, als hätte Sandow den Koffer verloren. Und sich selbst auch. Sandow wirkte in den Shows langweilig, farblos und nicht wie er selbst. Und nach dem SummerSlam war er oft gar nicht erst zu sehen. Das Märchen drohte zu kippen. Und das tat es. All die Arbeit, all die Lorbeeren, die Sandow bekam, doch Sandow versteckte sich lieber vor den TV-Kameras als seinen Koffer einzusetzen. Zwischendurch wurden sogar Fragen gestellt wie "Wer hat eigentlich gerade bei Ignition den Koffer?". Selbst ich musste kurz überlegen. Das Jahr 2016 war kein richtig gutes für Damien Sandow. Aber die Chance ist weiterhin da, um ein Happy End zu schaffen. Time will tell. We will see. Draussen nur Kännchen. Gibt es noch eine Chance für Damien Sandow und den Koffer? Wir werden es erfahren. 2017.