Vom zermürbenden Klang des Sieges

Unbesungene Helden schreiben zumeist ja die tragischsten Geschichten und so soll es auch bei diesem Eintrag für den Xtreme Xpress sein. Schon 2016 begann ein großer Umbruch bei ECW. Das Brand stand seither praktisch ununterbrochenen Angriffen von Außen gegenüber. Sei es durch den Spiritum Novum oder danach durch Damien Sandow und seine Subversion. Natürlich gab es auch eine Menge Streiter für das Brand. Allen voran denkt man natürlich an Masaru Watanabe, Nanook und natürlich an Siko Serkis. Vielleicht sogar an Max Power und den Mysterious Maukisch, wenn man selbst ein Herz für das mehr oder weniger subversive Vorgehen dieser Charaktere hat. Immer dabei war aber der Xtreme Xpress.
Tatsächlich hat dieses Team sogar meist die entscheidende Rolle gespielt. Die beiden waren es, die den Mattitude Follower zurück zu ECW brachten, um das Brand vor dem Spiritum Novum zu retten … ok, ich nehme das Argument zurück, das ist wohl doch nicht das größte Ruhmesblatt des Teams, allerdings wollen wird ja über 2017 und nicht über 2016 reden. Fakt ist jedenfalls, dass es der XPress es war, der so ziemlich jedes wichtige Match gegen die Bedrohungen gewonnen hat. Nicht einmal unter Handicap-Stipulation konnte es den Eindringlingen der Subversion gelingen, den XPress zu überwinden. Für jeden Fan, der auch nur ein Stück weit bereit ist, über die ganz großen Köpfe auf den Showpostern hinwegzublicken, sollte klar sein, dass der XPress die wichtigste Rolle in der Behauptung ECWs gegen den Spiritum Novum und auch gegen The Subversion spielte.
Ohne dieses Team würde ECW wohl heute reichlich anders aussehen. Ob besser? Ich habe meine Zweifel. Hat man es ihnen gedankt? Nun, ehrlicherweise muss man feststellen: kaum. Aber die Anerkennung begann. Steter Tropfen konnte sich letztlich doch dazu durchringen, den Stein zu höhlen. Allerdings gelang es diesem Team dennoch nicht, ihre Erfolgsserie so in Szene zu setzen, dass ein jeder SAW-Fan heute vom Xtreme Xpress spricht. Denn tatsächlich löste sich das Team im Moment des größten bisherigen Triumphs auf: Nach einem Handicap-Sieg gegen die übermächtige Subversion. Neid und Missgunst unter den Mitgliedern, wo es doch gerade erst an der Zeit war, Gründe für Neid und Missgunst überhaupt zu schaffen. Der Weg zum Ruhm ward doch gerade erst in Angriff genommen. Entsprechend unverständlich wirkte das auf den Beobachter.
Folgerichtig lau war dann die Geschichte der Auflösung. Es kam nicht zu einem großen Moment, der noch heute im Gedächtnis geblieben wäre. Das Team, das wie sonst keines ins Horn von ECW blies, allzu oft überhört wurde und nun doch endlich anfangen sollte, seiner Melodie Anerkennung zu verschaffen, ging reichlich sang- und klanglos unter. Aus den Most Valuable Playern von ECW wurden zwei mehr oder weniger unbedeutender Midcarder, während die Champions nach deren Sieg über Coulrophobia ohne wirklich bedrohlichen Gegner dastanden und so reichlich beruhigt von Rekord zu Rekord schaukeln können. Dabei kündigte sich doch vor nicht allzu langer Zeit eine ganz andere Symphonie beinahe dröhnend an. So klingt es dann wohl, wenn die Luft vor dem Ziel einfach ausgeht.


Für immer unvollendet

Im Großen und Ganzen ist es so, dass eine Story einen Anfang und ein Ende hat. Unsere Protagonisten treffen sich an Punkt A und mehr oder minder gemeinsam fahren sie zu Punkt B. Das ist meist ein Match, muss es aber nicht zwangsläufig sein. Die Art und Weise, wie sie die Strecke bewältigen, kann dabei in unzähligen Variationen erfolgen. Da gibt es Hindernisse, Umwege, Sackgassen und manchmal navigiert sich man sich in ein riesiges Minenfeld, aus dem nur noch ein Hubschrauber retten kann, der einen im Schnelldurchgang über Punkt B abwirft. Das sind dann in aller Regel die Stories, über die man später nicht so gern spricht. Alternativ kann man sich natürlich auch schulterzuckend geschlagen geben und sich einfach in die Minen fallen lassen. Die Wrestler in tausend Fetzen zerreißen lassen und hoffen, dass es keiner gesehen hat. Die Story also einfach abbrechen und darauf setzen, dass der gemeine SAW Fan schon bei Zeiten genug seines Kurzzeitgedächtnisse
in Alkohol aufgelöst haben wird und schlicht vergisst, in welcher Explosion eine "Story" endete und wie wenig Sinn alles danach ergibt. Nun, das unaufgeklärte Pfeifen von Joe Connor liegt wohl lange genug zurück, an eine solche Story aus 2017 kann ich mich aber noch erinnern: Las Verduras Verdes.
Das geheimnisvolle mexikanische Gemüse debütierte einst bei NXT. Dort wurde schon recht schnell angedeutet, dass mehr hinter diesem Team steckt. Schienen sie doch nicht wirklich Mexikaner zu sein. Bei diesen Andeutungen blieb es aber lange, bis 2017  Sergej Smirnov zurückkehrte und seinen früheren Tag Team Partner Mikko Parsakaali suchte. Nachdem ich das in diesem Zusammenhang schreibe, wundert es freilich nicht, dass sich dieser alsbald als Teil des mexikanischen Gemüses entpuppte. Die Frage, die sich nun alle stellten war aber: Warum?
Tatsächlich gab es darauf sogar eine interessante Antwort. Wir alle wissen, dass SAW das Entertainment-Produkt ist, dass die Welt am meisten zu bewegen scheint. Entsprechend groß ist das Interesse aller möglichen Investoren auch ihr Stückchen von Kuchen zu erlangen. Wo es Geld zu verdienen gibt und sich eh schon allerlei dubioser Gestalten – auch bekannt als Wrestler – herum treiben, kann die organisierte Kriminalität nicht weit sein. Mit Trump als Präsident sind die Verdienstmöglichkeiten der mexikanischen Mafia zudem bedroht. Was läge näher, als die Frau eines Wrestlers zu entführen, hier und da zu vergewaltigen und mit dem Tod zu bedrohen, um sich einen mehr oder weniger erfolgreichen Wrestler anzueignen?
Das jedenfalls passierte Mikko Parsakaali. So wurde er in das Gemüse-Kostüm gezwungen. Wer sein Partner war, blieb leider im Dunkeln, wenn auch anzunehmen ist, dass es sich dabei ebenfalls um einen prominenteren Namen handelte. Moment?! Hat eigentlich je einer Joe Connor und Las Verduras Verdes gleichzeitig in einem Raum gesehen? Aus Gemüse kann man übrigens auch Pfeifen bauen – habe ich mal im Internet gesehen, aber das nur am Rande. Jedenfalls war es Mikko bei Androhung schwerster Gewalt gegen seine Frau verboten, sich irgendwem zu offenbaren. Wäre für die mexikanische Mafia natürlich auch einigermaßen peinlich, würde sich herausstellen, dass sie einen Finnen brauchen, um bei SAW so richtig durchzustarten. Dennoch tat er es irgendwann und beichtete seinem Freund Sergej alles. Vor laufender Kamera. Und dann? Ja … nichts eben … offenkundig wusste niemand, wie es weiter gehen sollte, schließlich müsste die Frau von Mikko nun zu Tode vergewaltigt worden sein. Was bleibt einem da noch? Worte jedenfalls nicht mehr. Und Taten auch nicht. also auch kein Grund noch einmal vor irgendeine SAW-Kamera zu treten. Mag einer etwas Alkohol? Oder Heroin? Ich kenne da einen Finnen mit Verbindungen.


The Time Tribe

„Hüte dich davor, eine Willy-Fehde zu loben!“, sagte schon einst der weise Jack Crow anno 2013. Er sollte Recht behalten. Mit Stardust schien dem Willy 2016 eine Storyline endlich auch wieder bei Ignition so richtig zu gelingen. Schnell wurde der ehemalige Cody Rhodes zum Liebling der Fans und führte mit dem Interdimensional Galacticweight Title sogar seinen eigenen, wenn auch inoffiziellen, Gürtel ein. Und genau um diesen fehdete er gegen Merlin Montgomery, was großen Anklang fand. So großen, dass es eine Fan-Petition gab, um Stardust doch noch ins Royal Rumble Match zu booken, und die hat letztendlich sogar funktioniert. Stardust war auf dem Gipfel seiner Beliebtheit angekommen. Was damals noch niemand ahnen konnte, war jedoch, was danach kam. Die verrückte, abgedrehte Story wurde zum Gimmick und von nun an beherrschten Dimensionssprünge, Zeitreisen und andere unrealistische Phänomene die Geschichte von Stardust. Aber nicht nur Stardust, auch Merlin Montgomery wurde vom verschrobenen Alchemisten mehr und mehr zu einer Comicfigur. Letzten Endes verbündete er sich sogar mit einer Comicfigur, nämlich Stephen Strange und seitdem kochen die beiden im wahrsten Sinn des Wortes Show für Show ihr eigenes Süppchen in der Comicwelt, anstatt in der Wrestlingwelt. Stardust dagegen holte sich Unterstützung in Form der Intrepid Travellers, die diese Comicgeschichte auf die Spitze treiben sollten. Mit völlig wirren, unrealistischen NXT-Segmenten landeten sie schließlich auf einem der letzten Plätze, da einfach niemand verfolgen konnte, was überhaupt mit ihnen passierte. So schnell kann es gehen, dass eine sehr gut ankommende Storyline zwei Charaktere ins Verderben stürzt. Und es wäre natürlich nicht der Willy, wenn er dieses Verderben nicht maximal ausreizen würde. Aus Stardust wurde inzwischen ein ganzes Stable, die Zeitreisen und Dimenssionssprünge weiter zelebrieren und damit bei jeder Ignition-Ausgabe die Fans mehr und mehr zum Kopfschütteln bringen. Weniger ist mehr, ist ein Sprichwort, das der Willy jetzt in diesem Moment vermutlich zum ersten Mal gehört hat.

Körbler's Stable ohne Körbler

Der Spiritum Novum war größtenteils eine Geschichte des Jahres 2016. Nach NXT VI gestartet, sollte das Stable mit einem großen Schockmoment richtig durchstarten und ECW über die nächsten Monate dominieren. Dazu kam es nicht. Aus verschiedenen Gründen:

Eine Elimination Chamber um den World Title (und dessen Planungen) befanden sich mit dem Plänen rund um den Neuen Geist von ECW auf Kollisionskurs. Es musste neu geplant werden.

Da Körbler so viel Platz in den Segmenten (sowie so viele Segmente generell) einnahm, steckten die kleineren Stablemitglieder (Tigran, Mortimer usw.) zurück, um einen Overkill zu verhindern. So ging ihnen leider ihr komplettes Profil flöten (sofern sie denn überhaupt jemals welches hatten). Es musste neu geplant werden.

FFF gab Tigran an den Mattitude Follower an. Es musste neu geplant werden.

Das angesetzte Six Man Tag Team Match um den Job Körblers und des Followers endete im Draw. Es musste neu geplant werden.

Der Follower gab Tigran und Goodhope Mortimer irgendwann an FFF (zurück). Es musste neu geplant werden.

In einem Ersatzmatch besiegte Midcarder Nanook Main Eventer Ali Bin Way und sorgte so für den Jobverlust Körblers. Es musste neu geplant werden.

So stand das Stable also nach der Tenth Anniversary Show da. Ohne Anführer. Ohne den Mann, der während der gesamten Zeit der Gruppierung mit Abstand das meiste Spotlight erhalten hatte. Ohne den Mann, der den Schurken die nötige Legitimation durch seine GM-Rolle gegeben hätte. Stattdessen hatte man mit Tigran und Mortimer zwei Undercarder, die es seit ihrem Aufstieg ins Main Roster völlig versäumt hatten eigenständige Charaktere aufzubauen. Der Horrortrip hatte seine beste Zeit gefühlt auch längst hinter sich. Dazu hatte man noch Magnus Gustafsson und Ali Bin Way.

Was tun? Bin Way galt immer als äußerst vielversprechend, wurde im Jahr 2017 allerdings vom Follower ausschließlich in lang angelegten Storylines verwendet, die zum Teil völlig fernab der anderen Geschehnissen stattfanden. Das rote Buch des Ägypters ist für viele wohl nach wie vor ein Rätsel. Natürlich machte Ali seine Sache generell ganz gut, nur hatte das Ganze relativ wenig mit dem Spiritum Novum zu tun. Auch Magnus Gustafsson war in durchaus unterhaltsamen Stories verwickelt, doch einen Neuen Geist brauchte er dazu nicht.

Natürlich merkten das auch die Schreiber sehr schnell, doch sie wollten die Sache nicht so einfach von jetzt auf gleich beenden. Eine Story musste her. Erste Zwistigkeiten wurden bereits während Körblers Abgang angedeutet. Beef zwischen dem Horrortrip und Ali Bin Way. Das war ein Aufhänger. Wie ein Kleiderhaken. So sollte es weitergehen. Tigran und Mortimer rannten währenddessen – im Panikmodus – mit einem SPIRITUM NOVUM-Gimmick durch die Shows, um überhaupt irgendetwas darstellen zu können.

Exkurs zum SPIRITUM-NOVUM Gimmick:

Mehrfach pro Show bekamen die Leser und Fans Einspieler des SPIRITUM NOVUM serviert

Diese waren sehr gehaltvoll

Sie beinhalteten u.a. Sprüche wie:

Wer hat die Gans gestohlen? Der SPIRITUM NOVUM

Bei Schusswunden, Kopfweh und Motorschäden: SPIRITUM NOVUM

Das war zwar für eine Show mal ganz lustig, aber konnte auf Dauer auch niemanden davon ablenken, dass der Schreiber von Mortimer und Tigran, nachdem diese 2 mal munter zwischen FFF und Follower hin und hergewechselt waren, einfach keine Idee mehr für die beiden hatte

Die Zwistigkeiten zwischen dem Horrortrip (mitsamt Tigran) und Ali Bin Way (mitsamt Mortimer) gingen immer weiter ohne wirklich viel Gehalt zu bieten. Bin Way brachte irgendwie noch das nächste gescheiterte Gimmick - Einhardt Met - mit Boot und Leser aus Österreich schlugen die Hände über dem Kopf zusammen. Ein rotes Buch. Ein komischer Met. Ein stummer Goodhope Mortimer. Ein Magnus Gustafsson der sich hauptsächlich mit anderen Dingen beschäftigt. Ein erfolgloser Horrortrip. Ein Tigran, der nach seinem SPIRITUM NOVUM Gimmick plötzlich Zeta werden wollte. Nur interessierte sich irgendwie kein Stablemitglied wirklich noch für den SPIRITUM NOVUM. Warum sollte es also der Zuschauer? Oder die Mitspieler? Oder der Schreiber dieses Gimmickmülleintr

Legend Killer

Juhu. Als über Wochen hinweg angekündigt wurde, dass CEO AfRotaker (!!!) sich einen Schützling suchen wurde, waren die SAWManiacs gespannt. Ähnlich wie ein Bogen, Bettlaken oder ähnliche Gegenstände mit B. Die Liste der Klienten der österreichischen Menschenfängers ist lang. Im Folgenden wird sie in Gänze dargestellt.

Liste der Wrestler, die mit On-Air Figur AfRotaker zum Ruhm gelangten:

Nach (gefühlt) 54 Shows, wurde der flinke AfRotaker fündig. Seine Wahl fiel auf Adam Cole. Den Söldner. Den ehemaligen Bruder Adam. Keine schlechte Wahl eigentlich. Cole war aufstrebend, recht beliebt, frisch und unverbraucht. Eigentlich die besten Voraussetzungen, einen Jetpack auf den Rücken geschnallt zu bekommen und gen Mond geschossen zu werden.

Eigentlich.

Der Plan sah vor, dass Cole im Rahmen der AfRotaker Legend Series – kurz ALS (das ist lustig, weil die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, durch eine gewisse Ice Bucket Challenge in aller Munde war), eine Reihe Legenden bzw. Ikonen besiegt. So wurden dem Recken Cole Worker wie R-Truth (u.a. Platz 1 der SAW100 2013), Jack Stone (ehemaliger King of the Ring und ECW Global Champ) zum Fraß vorgeworfen. Und Cole besiegte die alle. Beeindruckend, oder?

Naja fast. Erstens wurden die Stats der „Legenden“ beeinflusst, sodass Cole leichtes Spiel hatte. Zuschauer der Streams konnten sich vor lauter Aufregung kaum retten, während sie versuchten, sich beim Gähnen nicht zu verschlucken. Zweitens wurde die Frage aufgeworfen, warum genau Adam Cole diese Ehre zu Teil wurde. Und was ihm ein solcher Sieg überhaupt bringen sollte, wenn eh jeder vorher schon wusste, dass er gewinnen würde.

Am Ende der Story hatte AfRotaker bei WrestleMania eine Überraschung parat. Einen letzten großen Gegner. Den ultimativen Test. Die Spannung stieg. Am Ende war es Goldberg. Einer der Top 5 unbeliebtesten SAW Worker aller Zeiten. Ein Worker dessen durchaus kreatives Gimmick bei SAW (wie auch in der realen Welt) daraus bestand, dass er gewann. In der Realität fanden das anfangs alle geil, bei SAW fand das eigentlich jeder von Beginn an scheiße. Daher war Goldberg einer dieser Worker die sogenannte X-Pac Heat ziehen. Keiner mag ihn, keiner mag es ihn zu hassen, keiner mag es ihn zu sehen. Trotzdem war er wieder da. Als grandiose Klimax einer durchwachsenen Story. Versteht mich nicht falsch, irgendwie haben die Schreiber auch im Rahmen dieser Story viele gute Segmente herausgeholt, trotzdem war sie in ihrer Umsetzung letztlich ein klarer Kandidat für den Gimmickmüll.

Wegen geschenkten Siegen. Langweiligen Matches. Der laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa4aaaaaaaaagatmigen Vorankündigung (na, haben Sie die 4 gefunden? Und bemerkt dass bei langatmig oben eines der beiden N fehlt? Das erste?). Wegen Goldberg. Das sollte reichen.

GM Triple F-Segment

Für den folgenden Eintrag müssen wir in der Zeit zurückreisen. Ja, das machen wir sowieso, werden die Nerds unter euch sagen, aber in dem Fall müssen wir sogar ins Jahr 2016! Bereits dort wurde die Reise zu diesem Gimmickmüll-Segment gestartet. Was war passiert? NXT-GM Klaas Körbler hatte einige NXT-Jungs um sich geschart und wollte mit ihrer Hilfe ECW in ein neues Zeitalter führen. Passend dazu kam vor ECW #115, am 15 August 2016, die Eilmeldung herein, dass Triple F bei einem Autounfall verletzt wurde. Somit war der Weg frei für Körbler und seinen „Spiritum Novum“. Natürlich wollten die ECW-Wrestler das nicht so ohne weiteres auf sich sitzen lassen und es kam zu einer Stable-Fehde. Beim abschließenden Match konnte der SN besiegt werden, Körbler wurde gefeuert und der Follower durfte bleiben. Wollte der aber nicht und präsentierte bei ECW #123 am 12. Dezember 2016 mit GM Obvious einen neuen Kandidaten. Dieses Segment kam nicht bei allen allzu gut an, aber das war dann eben so. GM war der Obvious, fertig. Der führte ECW daraufhin solo zu Wrestlemania 11 am 1.5.2017 wo die Subversion geboren und der ECW Global Title durch Damien Sandow gewonnen wurde. Bei der folgenden Episode #130 in Athen stand ECW ohne Mainevent-Titel da. Man hatte nur einen GM und irgendwie hatte man das Gefühl, Ignition würde einen überholen. Doch dann, und jetzt sind wir dort, wo wir seit der Überschrift eigentlich hinwollten, ertönte eine lang nicht mehr gehörte Musik aus den Boxen. „Trouble“ von Cypress Hill und das bedeutete, dass GM Triple F endlich, in Worten endlich, nach 9 Monaten Abstinenz, in Worten, Abstinenz, zurückkehrte. "Welcome Back“ schrien ihm die Fans entgegen und jeder erwartete sich, in Abwesenheit des zweiten GMs Obvious, eine Kampfansage an Sandow. Triple F wird es wieder richten. Einen neuen Titel einführen, oder zumindest Sandow sagen, er hat den Titel gestohlen und soll ihn wieder hergeben. Aber weit gefehlt. GM Triple F erkannte den Titelgewinn an. Alles wäre rechtens, aufgrund eines Fehlers des Neo-GMs. Der alt eingesessene GM machte mit Obvious also schon Schluss bevor sie auf die zweite Base kamen. Hart. Aber es ging noch weiter. Es werde einen Krieg geben, wenn Subversion oder auch Ignition in wolle, wenn auch ohne ihn! Ähm… was? Ja genau, GM Triple F erklärte seinen Rücktritt vom aktiven GM-Gewerbe, aber er werde „weiterhin die Fäden in der Hand haben“. Ach ja, einen neuen GM stellt er dann auch vor. Den dritten innerhalb von 10 Monaten. Na Bumm. Damit ging er von dannen und hinterließ eine verwirrte, teilweise auch verärgerte Fanbase, die sich einiges an Fragen stellte:

Warum kehrt er denn zurück, wenn er gleich wieder geht?

Warum schiebt er dem jungen, neuen GM den schwarzen Peter zu?

Warum legitimiert er den Titelgewinn Sandows und akzeptiert das einfach so?

Warum wird schon wieder ein neuer GM vorgestellt und wenn schon, warum nicht gleich, verdammt?

Solche und weitere Fragen wurden in weiterer Folge hochemotional diskutiert. Jetzt, ein halbes Jahr später, blickt man zurück und denkt sich: „Das würde doch zum Gimmickmüll passen. In Worten: Gimmickmüll.“

SAWvengers assemble!

Venom, Guybrush Threepwood, Deadpool, Thor, Donald Blake, Stardust samt Time Tribe, Sorcerers Supreme, Frank Shoot'Em, Dexter Riggs, vereint euch! Denn das SAW Universe ist in Gefahr! Ein fieser Schurke hat das höchste Gut entwendet, das unsere kleine aber feine Fantasy Wrestling Liga zu bieten hat, hat sie uns mit seinen kalten, dreckigen und unkonventionell langen Griffeln entrissen, uns ihrer allumfassenden Macht beraubt und droht sie nun gegen uns zu wenden und SAW in seinen Grundfesten zu erschüttern. Nein, die Rede ist natürlich nicht von Infinity Steinen, dubiosen Mutterboxen, Triforces, Unsichtbarkeitsringen oder derartig mächtigen Artefakten, nein, unser größter Schatz wurde geklaut und verkommt in einem schäbigen galaktischen Käfig des Collectors. Die Kreativität! Bitte SAWstice League, nimm dieses Bett Signal an und errette uns, bevor das Böse – die triste Langeweile – den Sieg davonträgt und uns alle zu den ewig gleichen, abgehalfterten Stories und Charakteren verdammt. Nur ihr könnt sie befreien, die omnipotente Kreativität!

Doch wie, höre ich euch fragen, wie soll diese popkulturelle Eliteversammlung SAW vor dem Abgrund retten? Ganz einfach, steigt in die Tardis und verschwindet aus dem SAW Universum, zurück in die 84. Kerkerdimension auf Beteigeuze 7. Lasst es hinter euch und macht Platz für Originale, für eigenständige Personen mit eigenen Geschichten. Natürlich gehören Anspielungen, Referenzen, meinetwegen auch Charakteranleihen wie sie bei Venom, Dexter Riggs oder auch Frank Shoot'Em zu finden sind, genauso zu SAW wie AfRos Amtsmissbrauch, aber bitte nehmt euch zurück und stellt euch die Frage, ob wir wirklich eine Liga abgenudelter Ex-Helden haben wollen, ohne die spannende Erfahrung machen zu können, einen Charakter erst kennenlernen zu müssen, ihn auf seinem gesamten SAW Pfad zu begleiten, mit ihm zu leiden, zu wachsen, ihm mitzufiebern. Dies ist ein Appell die Kreativität zu bewahren. Traut euch eigene Charaktere zu schaffen, mit Stärken und Schwächen, aber vor allem mit nötiger Individualität.

Das Thema mag bereits ausgiebig behandelt worden sein, doch nichtsdestotrotz war es ein prägendes Element des Jahres 2017, die mit der Comic Fehde zwischen Stardust und Merlin Montgomery ihren Anfang fand und mit den Time Tribe Segmenten, die nur so vor Referenzen strotzen, die von maximal drei Lesern verstanden werden, ihren traurigen Höhepunkt erreichte. Aber keine Panik, es gibt eine neue Hoffnung. Viele von euch haben die Zeichen der Zeit bereits erkannt: Man nehme Guybrush Threepwood (mächtiger Pirat™), der sich auf dem Pfad zur guten Seite der Macht befindet oder Frank Shoot'Em, der – seinem Entrance entsprechend – den Terminator mimt und direkt seinen kompletten Charakter eliminiert hat. Nun, vielleicht kein Paradebeispiel, aber ihr wisst, was ich meine. Heilige Kreativität, Snake McBatman! Mehr davon.

CHUCK vs Deadpool

Ach, wer erinnert sich nicht daran, wenn zwei Wrestlingikonen in den Ring stiegen, sich einfach nur angeschaut haben und der Halle die Decke weggeflogen ist. Undertaker vs Michaels, Rock vs Austin, Sting vs Flair, Hogan vs Savage oder auch Shield vs Wyatts um mal ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit zu bringen. Die Fans spalteten sich, es entstanden Chant-Duelle der jeweiligen Namen und die beiden im Ring brauchten nicht mal den Finger zu rühren. Wenn sie es doch taten. BOOM! Explosionsartige Jubelszenen. Das ist der Stoff aus dem Big Time Feeling gemacht wird. Zwei Legenden des Business, over as fuck aufgrund vergangener Leistungen und dann endlich, das große Aufeinandertreffen, von dem man noch seinen Enkeln erzählt.

Dass ECW dieses Jahr auch so ein Duell hatte, mag nicht überraschen, hat man mit Watanabe, Haali, Jackpot oder Serkis richtige Kapazunder in den Reihen. Jedoch: Keiner dieser vier Großen war an der Story beteiligt. Wer waren also diese beiden, die die Fans zu Jubelstürmen brachten, stundenlang Autogramme schrieben und minutenlange Chants verursachten? Na? Erraten? Jawoll, es waren natürlich CHUCK und Deadpool! Die beiden unteres Drittel-Midcarder, beide unterhaltsam, auf jeden Fall, stritten sich darum, wer denn beliebter sei. Die Folge waren die oben genannten und keiner der Leser wusste wirklich, was da jetzt genau passiert. Zwei, die doch recht weit unten in der Card stehen, lassen das Dach wegfliegen? Puh, schwer verdaulich. Aber keine Sorge, dass alleine wäre noch keine Erwähnung hier wert. Denn was folgte darauf, dass die beiden sich vor Fans beim Autogrammschreiben kaum retten konnten? Natürlich, sie trafen sich in einem Comicbuchladen und stritten sich darüber, wer die größere Sammlung besitze. Warum? Schnauze, darum. Eine Show später ging es aber wieder darum, wer beliebter sei und das Ganze gipfelte in einer Schlägerei sowie einem Mask vs Hair Match zwischen den beiden, das Deadpool gewann und CHUCK Heel turnte. Ende gut alles gut also. Der Weg zu diesem Ergebnis wurde vorgeschlagen und vor dem Schreiben dieser Zeilen sich vom Schreiber nochmal ins Gedächtnis gerufen. Seine Reaktionen auf die gelesenen Zeilen lassen nur einen Schluss zu: Dieser Gimmickmüll ist so dermaßen gerechtfertigt, nichtmal Saul Goodman kann den hier raushauen.

Mord ist ihr (Plural) Hobby

Wir leben in einer brutalen Welt, sind Fans eines gewaltverherrlichenden Sports Entertainmentprodukts, sensationsgeile Gaffer, die es jedes Mal laut 'BLUT!' in den Chat schreiben, sobald sich jemand einen Papercut zugezogen hat. Alles normal also, in unserem heiteren SAW Universe. Doch schaut man einmal genauer hin; setzt sich wie Horatio Caine in ausreichendem Maße und in unpassenden Situationen die Sonnenbrille auf oder ab, deduziert galant mit Pfeife in der Hand wie Sherlock Holmes oder stellt am Ende noch eine weitere Frage wie Columbo, dann kommt man schnell zu dem Schluss, das dieses Jahr der Brutalität alle Türen, Tore und Klappstühle geöffnet wurden. Klar, SAW ist mittlerweile 11 Jahre alt und am Ende will alles immer größer, immer spektakulärer, immer geschichtsträchtiger werden als seine Vorgänger. Kein Wunder also, dass das Jahr 2017 die Dämme des guten Geschmacks aufbrach und nicht nur einmal eine Flut des aufgestauten Blutdursts über das kleine Dörfchen Nimmersatt ergoss.

Dabei fing es noch so harmlos an als CJ Parker und Seth Rollins Anfang des Jahres ihren Zwist sprichwörtlich auf dem Grabe der verstorbenen Zarah austrugen. Schließlich handelte es sich um einen Charakter, der den Fans nie vorgestellt wurde. Eine fiktive Gestalt, die für das nötige Salz in der Suppe sorgen sollte. Doch es scheint als wäre damit die Büchse der Pandora geöffnet worden und plötzlich wurden Mord & Totschlag zu einem beliebten erzählerischen Stilmittel. Plötzlich starben Wrestler, Angehörige, Freunde und Feinde wie die Fliegen.

Der Kandidat, der die größte Blutspur hinter sich her zog, war sicherlich Venom, wie nicht nur der Fanstar berichten könnte, wenn ihm nicht der Kiefer mehrfach gebrochen worden wäre. Auch Leon Chame erlag den wuchtigen Attacken des mysteriösen Monsters. Zumindest ist das anzunehmen, wurde er doch seitdem nicht mehr gesehen. Doch damit nicht genug, sorgte Venom auch noch für den größten Moment in Tigran Papazyans trauriger Karriere, als er ihm ein Seil um den Hals schlang und ihn vor Millionen von Zuschauern, mitten in der Arena zum Erstickungstod führte. Aber hey, wir sind doch hier beim Wrestling. Da stirbt doch niemand, richtig?

Nope.

Wurde der endgültige Tod am Strick durch geschickte Kameraführung und Special Effects noch kaschiert, so nahm in der darauffolgenden Show das Begräbnis mit offenem Sarg jede noch so kleine Hoffnung, dass der arme Tigran sich irgendwie aus der misslichen Lage hatte befreien können. Selbst Ali Bin Way musste bei diesem Anblick schlucken. Tigran selbst hatte sich zuvor auch noch der Zeta, der mexikanischen Mafia angeschlossen, die mit Sicherheit ihrerseits allerhand Leute auf dem Gewissen hat, bzw. harmlose Ehefrauen aus unerklärlichen Gründen entführte. Kurz nachdem White Trash (deren Story an sich vor Gericht mit Sicherheit auch in die Kategorie versuchter Mord fallen würde) sich aufmachte, diese aus der bedrohlichen Situation zu befreien, verschwanden auch sie aus den Shows. Ein Zufall? Ich denke nicht. Rest in Pieces.

Währenddessen schlug sich an anderer Stelle ein Insasse einer Nervenheilanstalt mit seinem Pfleger herum und auch hier spielte eine ermordete Frau ein signifikante Rolle. Zudem befanden sich ein Ex-Soldat und ein Söldner auf der komplizierten Suche nach [Antwort hier einfügen] und schreckten dabei auch nicht davor zurück, eine hilflose Frau auf offener Straße ihrer Freiheit zu berauben und gar mit klassischer Folter zu drohen (nicht zu verwechseln mit klassischer Konditionierung, wie sie der Maukisch erfolgreich bei Snake praktizierte.)

Das testosterongetränkte SAW ist ganz offensichtlich kein gutes Pflaster für das weibliche Geschlecht. Tod, Entführung, Folter, Sex mit Blake & Murphy... Alles Taten, bei denen den Femen die Achselhaare zu Berge stehen würden, wenn sie sich denn so einer primitiven Art der Unterhaltung hingeben würden. Aber ich schweife ab.

Wo es Mord & Totschlag gibt, dürfen auch Terroristen nicht fehlen und so überrascht es wenig, dass Delirious sich als Teil seiner Vendetta mit Sprengstoff eindeckte (es ist schließlich nicht erst seit Snakes Ausbruch gemeinhin bekannt, dass man Dynamit an jeder Tankstelle kaufen kann), um seine Vergangenheit aus dem Leben zu sprengen. Aber wie so oft, endete am Ende nur der Terrorist selbst im Grab bzw. ging in einem gewaltigen Flammenmeer unter. Sprengstoff ist halt gefährlich, Leute!

Es heißt nicht umsonst 'Don't try this at home.' Das gilt insbesondere auch für die Geschehnisse rund um Ratte & Sasha, sowie dem Horrortrip, die sich wohl zum Abschluss des Jahres noch vorgenommen hatten, der Brutalität endgültig die blutige Krone aufzusetzen. Splatterfreunde kamen hier vollends auf ihre Kosten als GGG ausgeweidet in ihrer Umkleide aufgefunden wurden. Ein Bild des Grauens stellte sich den Zuschauern in unnötigem Detail dar. Jede gerissene Faser der geschundenen Körper wurde liebevoll mit Worten ausgeschmückt, damit wir auch ja realisieren konnten, was wir dort zu sehen bekamen. Aber dann folgte die Auflösung. Puh, alles nur ein Scherz, nicht ganz billige Effekthascherei, Ratte und Sasha lebten, alles gut, oder?

Nope.

In Fredy'scher Manier bekamen wir auch hier am Ende nochmal ein wahres Blutbad serviert, der Horrortrip wurde auf drastischste Art und Weise zerlegt und anders als bei der vorherigen Geschichte um Tigran, kennen wir die Auflösung hier nicht. War dies alles ein weiterer Trick der Gunk Punks oder wurde der Horrortrip tatsächlich geschlachtet? Man weiß es nicht. Das Ende bleibt offen wie deren zertrümmerte Schädel. Was bleibt sind die Bilder in unseren Köpfen.

Doch was ist die Moral von der Geschicht'? Befinden wir uns in einer einzigen Gewaltspirale? Was kann noch kommen, nachdem die letzten Gedärme ausgeweidet, die letzten Knochen gebrochen, die dicksten Schädel gespalten sind? Wo soll es hinführen, wo enden? Sicherlich nicht vor Gericht. Es ist schließlich hochwertiges Entertainment, kein Hartz 4 TV. Aber wer denkt an die Kinder? Wie wäre es mal mit einer Fehde, in der es ums gegenseitige Kitzeln geht? Oder ums Basteln des schönsten Blumengestecks? Einhörner, Hundewelpen, Regenbögen... die Welt bietet so viele schöne Dinge, muss es da immer gleich Mord & Totschlag geben? Was ich damit sagen will: Wenn alles und jeder immer bis aufs Blut, bis zum Tode, eben bis an die Grenzen des guten Geschmacks geht, verliert es dann nicht irgendwann den gewünschten Effekt? Stumpfen wir nicht irgendwann ab und denken uns beim nächsten brutalen Tod eines unserer beliebten Superstars einfach nur noch: „Aha, okay. Who's next?“