Gimmickmüll 2014


Grammond & Azrael

Steve Grammond und Azrael sind wieder da! Zwei der Comebacks des Jahres, oder? Beides waren grandiose Fehlstarter vom Vorjahr, und Grammond war sogar eine der ersten Stützen der ECW Hardcore Division. Also gab es in beiden Fällen leichten Optimismus, als die Wrestler zurück kamen, und wie so oft (man möchte sagen, Cyrus-mäßig) gab es viel Potential. Azrael kehrte zu NXT zurück und bekam für eine ganze Periode das vielversprechende Gimmick, sein Ausscheiden bei NXT nicht zu akzeptieren, während Grammond seinem alten Mentor Prof Dr. Met, immerhin ECW Global Heavyweight Champion, zur Seite stand und eine WrestleMetia-Verpflichtung wurde. Und dann... kam nichts. Im Fall von Azrael kam sogar gar nichts, er tauchte einfach für einige Shows gar nicht auf, was bei ECW gleich mal zu einigen Monaten werden kann. Im Fall von Steve Grammond waren es die Auftritte bei WrestleMetia und seine Rückkehr zu Torch of War, das ihn 2013 im Falls Count Anywhere Match gegen Terry Funk berühmt gemacht hatte, und dann endet es auch hier abrupt. Zwei Paradebeispiele für verschenktes Potential und am Ende muss man sich die Frage stellen, warum die beiden überhaupt zurück gekehrt sind. Der Carlo selbst scheint die Antwort leider nicht zu kennen.


Rhyno

Die meisten werden sich noch daran erinnern, dass Sheamus 2011 dafür berühmt wurde, da zu sein, backstage zu gehen und die Halle zu verlassen. Die alteingesessenen werden sich vielleicht sogar noch dran erinnern, dass Randy Orton 2009 mehrere Monate lang RAW terrorisierte, indem er jede Woche nach einem Match auftauchte und jemandem den RKO verpasste. 2014 bekam Backlash wieder eine neue Variante dieser Aufmerksamkeitshascherei in Minimal-Segmentform: Rhyno. Das ehemalige Ascension-Mitglied, das sich der Ascension anschloss weil er kämpfen wollte, Roman Reigns zurück aufnahm, weil er kämpfen wollte und schließlich die Ascension verließ, weil er lieber kämpfen wollte, wollte 2014 eine ganze Menge kämpfen. Das heißt, eigentlich wollte er nur den Gore zeigen und sich prügeln. Das ganze Jahr lang. Zwar gab es auch die Regal-Fehde, die sicherlich die beste von Rhyno war , aber darüber hinaus gab es einige Monate lang nicht viel mehr als eben jene Gores zu sehen, eigentlich bis heute. Das ist das ganze Gimmick. Das "Highlight" dieser Geschichte kam dabei schon ganz zu Anfang des Jahres mit dem berühmten Lagerfeuer-Segment, in dem Rhymo sich zwischen den unsinnigen Aktionen rund um ein Lagerfeuer angeregt unterhielten. Und der Carlo wundert sich über die niedrigen Stats seiner Leute. 


Kacke, Kotze, Rotze und Pisse: Balls Mahoney

Was bietet unsere Zeit noch? Welche Grenzen sind noch nicht überschritten? Internet-Regel Nummer 34 besagt: Kannst du es dir vorstellen, existiert dazu Pornographie, keine Ausnahmen! Das bringt uns irgendwie auch in die Hardcore Division. Seit einigen Jahren schon liefert diese nicht nur tolle Geschichten sondern auch Grenzüberschreitungen der Gewalt in so ziemlich jeder erdenklichen Art und Weise. Jagt einem das noch Schauer über den Rücken? Nun, vielleicht, nur verlangt das wohl eine Feinfühligkeit im Schreiben, die den Leser den Horror wirklich erleben lässt. Oder man macht es sich einfacher und sucht sich einfach eine Grenze, die man noch überschreiten kann. Das muss wohl Cyrus' Gedanke gewesen sein, als er das Gimmick von Balls Mahoney erdachte.

Das bestand im Wesentlichen daraus, sich selbst in möglichst ekliger Art und Weise zu erniedrigen. Und wer mag schon darüber streiten, dass das wirklich nur noch etwas für den harten Kern ist? Balls Mahoney war die perfekte Leinwand, um all seine fäkalen Phantasien in Text zu gießen. Wäre Cyrus nicht Cyrus und würde in kürzester Zeit Lust an den eigenen Ideen verlieren, hätte Balls vielleicht sogar eine große Zukunft erwarten können. Vielleicht wäre sein Leben verfilmt worden, tut man das doch auch mit den Büchern von Charlotte Roche. Und seien wir ehrlich, steckt nicht tief in all dem Pipi-Kacka-Humor tatsächlich Gesellschaftskritik? Immerhin hat Balls Mahoney sich in seinem bekanntesten Segment nach einem Gelage voller Wollust in einen Topf Chilli übergeben. Dieses Erbrochene wurde mehr oder weniger lustvoll von den hohen Tieren SAWs in besten Anzügen verspeist. Unter all dem stinkenden Dreck, dem getrockneten Urin und den Resten von Kot, die die Schale von Balls Mahoney bildeten, versteckt sich vielleicht gerade die den Leser verspottende wirkliche Aussage dieses Wrestlers.

Aber wer will sich schon da durchgraben? Belassen wir es also dabei, den Mann in den Gimmickmüll zu stecken. Immerhin ist er verschwunden, wo er bereit war, durchzustarten. Er wurde Champion, indem er R-Truth von Backlash vertrieb. Mit all seiner Ehrlichkeit hat er ihn zu einem Shoot-Interview angestachelt und damit wohl seinen Anteil daran, dass er den King of the Ring gewann. Jedoch, wer mag schon den stinkenden Stein des Anstoßes? Richtig, niemand, schließlich stinkt der. Dieser Eintrag endet letztlich mit dem verzweifelten Hilferuf nach der Entsorgung von Balls Mahoney. Bis heute ließ sich nirgends politisch ein Endlager für ihn durchsetzen und so fragt sich der Schreiber an dieser Stelle erneut, ob uns dieser Mann nicht eine wichtige Botschaft mitgeben wollte. Hätte er nur wenigstens ein Mal geduscht.


Latino Nation Memorial Award an whatti für SJK

Ja, die Latino Nation steht bei SAW für verschenktes Potential. Dieses muss man nach 2014 auch für einen Mitspieler attestieren, der im Verlaufe des Jahres einen französischen Abschied nahm und damit immerhin der Tradition seines Ziehvaters Cyrus folgte. Fassen wir das an der Stelle nochmal ein Stück weit zusammen: Whatti kam zu SAW und brachte durchaus einen eigenen Stil mit sich. Das passte nicht immer ganz in das System, aber nach und nach fügten sich seine Wrestler doch meist hervorragend ein, so er zumindest die Lust hatte, die auch zu bespielen. Sterling James Keenan ist in dieser Hinsicht sicher das Paradebeispiel. Ohne Frage war sein Charakter alles andere als innovativ, aber das ist auch nicht nötig, solange man absolut gelungenes Handwerk liefert. Das muss man SJK einfach attestieren. Hier und da kamen stets die kleinen Momente, die es eben nicht so einfach machten, den Charakter in die Schublade des Cocky Heels zu stecken. In dieser Verbindung der Elemente liegt wohl der Erfolg von SJK begründet. Wenn man zurückdenkt, wird einem kaum einen wirklich großen Moment dieses Wrestlers bewusst erinnern, aber in seiner Gesamtheit wirkte er unheimlich durchdacht und als Person glaubhaft. So ist es auch kein Wunder, dass so ziemlich jeder bei WrestleMania der Meinung war, dass SJK ein guter Sieger im Money in the Bank Match wäre. Der Mann wirkte vielschichtig und hatte sich inzwischen den Camels-Bonus erarbeitet, der man ihm auch Schwächen durchgehen lassen würde, war sein Weg doch insgesamt einer, der steil nach oben führte. Tatsächlich gewann er den Koffer und dann?

Dann kam irgendwie nicht mehr viel. Es folgte ein Programm mit Wade Barrett, der deinerseits damals heftig an der Tür zum Main Event klopfte und eigentlich der perfekte Prüfstein für Keenan hätte sein können. Barrett dominierte zwar weite Teile der Story, doch war es am Ende SJK, der triumphierte, indem er Barrett das Bein brach. Der Prüfstein war zertrümmert, das Tor offen, es musste nur noch durchschritten werden. SJK hingegen fiel in die Rolle des inzwischen abgetauchten Balls Mahoney, zudem es einen eigenen Gimmickmüll-Eintrag geben wird. Eine vielleicht unnötige aber nicht zwingend schlechte Entscheidung. Manchmal können Erfahrungen wichtiger als das Finden des schnellsten Weges sein. Dazu muss man aber auch bereit sein, ihn zu gehen. Potential wird dann in Scheiße getaucht, wenn man anfängt, das Erzählen in die Hände anderer zu legen. Es ist nicht Aufgabe der GMs den Mitspielern mitzuteilen, wann ein SJK aufgrund des Koffers Contender sein sollte. Das Finden kollaborativer Geschichten und deren Beschreiten ist die eigentliche Idee von SAW. Ganz sicher wird es nie passieren, dass ein GM einen Mitspieler – Koffer hin oder her – einen Contender-Spot anheim bietet, wenn der Mitspieler selbst den Worker offenbar aufgegeben hat. Dann sollte man so ehrlich sein und offen verkünden, dass man des Erzählens müde ist und SAW hinter sich lassen will, oder, nun ja, einen französischen Abschied nehmen.

Was ist eigentlich aus Sterling James Keenan geworden? Nun, das haben die GMs dann doch in eigene Hände genommen. R-Truth kündigte nach der Sommerpause an, dass er dafür sorgen würde, dass es keine Contender für den World Title mehr geben werde. SJK, der sich mittlerweile, wenn er nicht gerade auf sich selbst urinierte, zumeist in Müllcontainern herumtrieb, hatte das scheinbar nicht gehört, exponierte er sich als Mr. MITB sogleich als Contender. Es gab sogar ein Match, in dem er den damaligen Champion Thumbtack Jack bezwang, allerdings gebührt der Sieg eher R-Truth, der mit einem Eingriff für die Disqualifikation sorgte. Champion wurde SJK also nicht und stattdessen widerfuhr ihm das Schicksal, was jedem Gimmickmüll letztlich droht: Er landete in einem Müllcontainer und ward seither nicht mehr gesehen.


Raven spielt ohne Frage eine bedeutende Rolle in der Historie von SAW. In diesem Jahr kam eine weitere sehr interessante Geschichte hinzu. Nachdem Raven unter neuer Führung 2013 zurückkehrte, stellte sich in diesem Jahr heraus, dass das gar nicht wirklich Raven war. Tatsächlich handelte es sich um Mordecai, der nur so tat, als wäre er Raven. An den Räucherstäbchen hätte man es merken können oder zumindest daran, dass seine Catchphrase vom Englischen ins Deutsche wechselte. Wichtigstes Anzeichen hätte aber sein müssen, dass er auf einmal in der Lage war, Matches zu gewinnen. So viele geniale Momente Raven über die Jahre lieferte, Gewinnen konnte er eigentlich nie. Wie dem auch sei, war es trotz all der Anzeichen doch eine faustdicke Überraschung, als auf einmal der echte Raven auftauchte und es allen wie Schuppen von den Augen fiel. Na gut, allen außer AfRo, aber das sollte an der Stelle nicht groß überraschen.

Natürlich stürzten sich die Ravens zügig in eine Fehde und es begann ein längerer Ausflug in die Vergangenheit des falschen Ravens, mitsamt etlichen Anspielungen auf alte Zeiten, die wohl niemand mehr so recht verstehen konnte, wurde sie doch mehr angedeutet als erklärt. Da beginnen dann auch die Probleme der Story. SAW bietet Woche für Woche zu viel Inhalt, als dass Dinge von vor fünf Jahren mehr oder minder kommentarlos dem Leser hingeworfen werden können. Nichtsdestotrotz kann das eigentliche Geschehen interessant bleiben, wenn es einem gelingt, nicht jede Woche dasselbe Erzählschema zu verwenden. Der eigentliche Gimmickmüll liegt aber woanders begraben.

Weitgehend besteht Konsens darüber, dass die Geschichte und nicht das Geschehen im Ring im Vordergrund steht. Nur so ist überhaupt zu erklären, dass Raven – also der echte Raven – mal Champion werden konnte. Dennoch erreichen Erzählungen bei SAW dann ihren Gipfel, wenn die Matches wie das letzte Puzzelteil ins Gesamtbild passen. Diese Momente sind es, die dem Leser die Höhepunkte bescheren, die ein Jack vermutlich erlebt, wenn er jemanden anzünden kann. So blickte der Fan auch neugierig auf den Bash 2014, wo Raven endlich auf … nun Raven treffen sollte. Gespannt wollte man sehen, wie die Schreiber den Kampf lösen wollten. Was ließen sie sich einfallen? Eine schwierige Frage, schob doch jeder die Verantwortung für das Debakel woanders hin. De facto blieb nämlich jede Idee weitgehend aus. Er trat tatsächlich einfach Raven gegen sich selbst an und irgendwann besiegte er sich. Keiner wusste, was das sollte und eine tiefsinnige Fehde wurde praktisch zu einem Witz. Erst Monate später wurde auf Nachfrage mitgeteilt, dass der spätere Mordecai hier gewonnen hatte. Dazu gab es den Hinweis, dass dies klar aus dem Segment nach dem Bash zu entnehmen gewesen wäre. Damit ist wohl dieser Part gemeint:

"Wie konntest du verlieren?"
Raven zieht theatralisch eine Augenbraue hoch.
"Habe ich das?"

Wie konnte man das nur falsch deuten? Man merkt, dass man sich in Sphären des Gimmickmülls bewegt, wenn man beginnt, AfRo in der Einschätzung einer Jack-Story zuzustimmen. Auf jeden Fall fühlt man sich schmutzig. Wie nach einem Bad im Müll eben. Am Ende bleibt eine Lehre fürs Leben: Alles war anders geplant, aber an der ganzen Scheiße will keiner Schuld sein.

Raven vs. Raven


Die Ascension ist eine Insel
 

“Sag mal kennst du die Ascension?” Fragen Sie das auf offener Straße, bekommen Sie unterschiedlichste Antworten. Der 08/15 Jugendliche würde sein Handy befragen und folgende Lösung vorschlagen/lesen:
“Ascension (auch Himmelfahrtsinsel) ist eine kleine tropische Insel im Südatlantik zwischen Afrika und Südamerika, die zum britischen Überseegebiet St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha gehört. Ihre Hauptstadt ist Georgetown.”
Das ist ja interessant! Vielleicht gelangt er aber auch zu diesem Wikipedia-Artikel:
“Ascension ist ein Jazz-Album von John Coltrane, das 1965 aufgenommen und 1966 veröffentlicht wurde.”
Ein großartiges Stück Musikgeschichte, doch bei dem Spielchen “Warm – Kalt” wären wir immer noch in Minusgraden unterwegs. Ein Engländer wüsste Bescheid:
„Ascension? Yo, that's when Christ took his good 'ol self up to heaven back in the day, yo!“
Himmelfahrt also? Wir werden schon wärmer!
„Ascension? Hatte ich auch schon mal, fieser Ausschlag!“
Was? Diesen unnützen Beitrag ignorierend, finden wir dann doch endlich einen Kundigen!
„Die Ascension? War da nicht was mit den Broskis?“
Bingo, der Kandidat ist so eben verbrannt, so heiß war das! Die Ascension, Backlashs Dark Religion-Stable im Jahr 2014, debütierte in einer Fehde gegen die Rising Broskis! Damals noch als Tag Team bestehend aus Conor O'Brian und Roman Reigns aktiv, verleibten sie sich gleich die Broskis und Rhyno nach dem Motto „Bigger is Better“ ein. Ryder schied allerdings gleich wieder aus und kurz darauf folgte ihm auch Tag Team Kollege Yoshi Tatsu. Conor O'Brian hatte auch als bald die Schnauze von dem eher mäßigen Start (nur No. 1 Contender. Nur Bares ist halt Wahres!) bei Backlash voll und wurde aus der Ascension geworfen, denn die Ascension verlässt niemand! So sprach Rhyno, der die Ascension daraufhin verließ. Nach O'Brian realisierte, dass man sich als Singles Wrestler mit Gesöcks wie Dolph Ziggler herumschlagen muss, kam er ohne großes Aufsehen und böses Blut wieder bei der Ascension unter, welcher sich zudem auf Bestellung auch Sylvester Terkay anschloss. Nach dem ein unbekannter Halbgott in Weiß Roman Reigns einige wertvolle Tipps gab, schaffte es die Ascension sogar, sich das Tag Team Gold unter den Nagel zu reißen. Entsprechend gab sich der Halbgott in Weiß auch als der bereits bekannte Mordecai zu erkennen. Er war es, der Reigns mit Briefen instruierte und somit der Ascension zu mehr Erfolg verhalf. Dieser Erfolg währte nicht lange. Die Ascension verlor ihre Tag Team Title an die Steiners und Drew McIntyre verprügelte jede Show Mordecai, zu allem Überfluss beobachtete und kommentierte dies jede Woche ein gewisser Bray Wyatt, der jetzt auch hier ist. 

Okay, soweit die Kurzzusammenfassung der bisherigen Laufbahn der Ascension. Klingt das nach Gimmick Müll? Nicht unbedingt, eine starke Schwankung der Mitgliederzahl ist für Stable nichts Ungewohntes, bei den Crowlingen stieg sie jede Woche an. Auch dass ein religiöser Anführer für seine Mission öfters Prügel bezieht ist nicht ungewohnt, siehe Ozz, also warum ist die Ascension Müll? Stellen wir doch nochmal eine Frage in einer Straße voll mit Wrestlingfans. 
„Was ist die Ascension?“ 
Wie wärs mit dieser Antwort? 
„Die Ascension? Das ist so nen Mysterystable mit Religion und so.“
„Aha und sind sie Face oder Heel?“
„Ja, ganz klar Heel! Schließlich haben sie die Broskis so sehr verprügelt, dass das wegen exzessiver Gewaltdarstellung nicht in den Shows gezeigt wurde!“
Jetzt könnte sich ein anderer Passant einschalten.
„Aber denk doch mal daran, dass sie die Feigheit der Ultimate Mega Powers aufgedeckt haben! Die wollten sich doch vor einem Titlematch drücken und haben dafür die Ascension als Kinderfresser dastehen lassen!“
Passant Nr. 1 hätte diese eloquente Replik parat.
„ Und was ist mit Sami Zayn? Der steht für eine gute Sache und versucht das Selbstwertgefühl der Menschen mittels El Generico zu steigern! Mordecai will das verhindern, weil es seiner Kirche die Gläubigen entzieht. Er entzweit dafür die gute Freundschaft von Zayn und McIntyre!“
Passant Nr. 2 hat aber auch noch einen Pfeil im Köcher.
„Und was war mit EGO? Sandow und Del Rio wollten den Shortcut to the Top nehmen, indem sie die Ascension und die Steiners reinlegen wollten, doch die Ascension hat das verhindert!“
Okay, die Ascension sind also Tweener, irgendwie. 

Aber was genau ist ihr Gimmick? Sie wurden als Dark Religion Stable von mir beschrieben und im Grunde stimmt es ja auch: Ein Verschnitt von Mystery und Religion, doch die Facetten änderten sich mit der Zeit. Anfangs debütierten sie unter einem Symbol der Sonnenfinsternis, welches ein paar Mal zusehen war und gaben kund, alles in Dunkelheit stürzen zu wollen. Entsprechend rabiat gingen sie zu Werke. Bezüge zu Gott gab es im Grunde nicht, außer, dass man ab und an in einer Kirche verweilte und sich selbst eben Himmelfahrt nannte. Wieso eigentlich? Nun, man kann es nur erahnen, denn Conor beschimpfte Reigns einst und spielte auf eine Vergangenheit in der Gosse an. Aszendenten waren also einst gescheiterte Existenzen, welche in der Ascension einen neuen Lebensinhalt fanden. Bei dieser Anspielung blieb es, denn mit der Zunahme von Rhyno und dem Abgang O'Brians ging auch das erste Gimmick der Ascension über Bord. Danach waren die verbliebenen Rhyno und Reigns mit sich und der Welt überfordert. Der eine jammerte, der andere meckerte über das Jammern des anderen. Nach dem Terkay dazu gestoßen ist und die Ascension als generisches Stable ohne Religionsanspielung unterwegs war, änderte sich das wieder mit der Ankuft des neuen Priors Mordecai. Dieser sagte kurz wo es lang geht und beschäftigte sich dann wieder einzig mit den El Generico Jüngern Zayn und McIntyre. Die anderen schlugen sich mit Wyatt herum nur um dann schlussendlich von Mordecai wieder den Anstrich eines religiösen Stables zu bekommen, welches sich der Bekämpfung des Unglaubens verschrieben hat. Wie lange dies Bestand hat bleibt fraglich.

Ein anderer Punkt ist die Mitgliedschaft in der Ascension. Rhyno stieß hinzu, weil er sich gerne prügelt. Okay, zu dem Zeitpunkt war die Ascension ein übler Haufen, der Gewalt nicht scheute, doch kurz zuvor bandelte Rhyno noch mit Big, Bad & Dangerous an. Nachdem er mit diesen die Ascension in einem Six Men Tag Team Match besiegte, erklärte er BBnD für zu weich und schloss sich der Ascension an, welche er gerade erst besiegte. Schlussfolgerung: Die Verlierer sind härter als die Sieger, vor allem wenn sie in einem Submission Move aufgeben. Nachvollziehbar, irgendwie?
Conor O'Brian verließ dann die Ascension, weil Reigns ihm zu oft in Matches tappte und sich als Schwächling entpuppte. Er besiegte ihn dann auch problemlos in einem Abschiedsmatch. Rhyno hielt aber zu Reigns, den er offenbar für den Härteren der Beiden hielt. Aussage: Wie oben. 
Rhyno, welcher sich nun besonders für die Ascension ereiferte hatte aber plötzlich gar keinen Bock mehr auf Reigns, weil dieser zu sehr Conor nachhing. Dann bekam Reigns auch noch Briefpost von Vögelchen, weswegen Rhyno die Ascension verließ. Schlussfolgerung: Vögel sind dumm. 
Conor bekam plötzlich einen Geistesblitz und wollte wieder in die Ascension. Die genaue Erkenntnis ist uns nicht bekannt, aber vielleicht findet er Vögelchen gar nicht so dumm wie Rhyno? Schlussfolgerung: Vögel können aber auch verdammt cool sein!
Terkay kam dann per Paketpost und Morcecai entpuppte sich später als die Greater Power.

Dieser Mordecai... wir können uns nun darüber echauffieren, dass er sich in seiner Geschichte mit Zayn/McIntyre äußerst blauäugig und wenig mysteriös benimmt, wir können hier aber auch auf ein paar Schönheitsfehler hinweisen: Mordecai ist ganz offensichtlich ein Mann Gottes. Die Debüt-Ascension, welche immer noch 50% der Mitglieder stellt, war aber eine Gruppierung der Dunkelheit. Mordecai schien aber schon sehr lange mit der Ascension im Bunde zu stehen, schrieb er doch an diese Briefe mit der Anrede „Liebe Aszendenten...“ oder so... vielleicht war es auch „Werte Aszendenten“. Eine Anrede, welche auf Vertrautheit schließen lässt, da nur Ascensionmitglieder (genauer Conor O'Brian) andere Mitglieder mit Aszendent anreden. Was aber hat ein Mann Gottes mit einer Truppe der Dunkelheit zu tun? Wahrscheinlich nichts, da O'Brian und Reigns ihre Anfangsmotive eh bald selbst vergessen hatten. Ein anderer Punkt war das Vogelsymbol auf den Briefen. Warum Vögel? Auch hier könnte man wieder mutmaßen und eine hervorragende Idee dahinter vermuten. Zu dieser Zeit befand sich Mordecai als Fake Raven in einer Geschichte mit Raven, welcher ja auch öfters mal Briefe mit einem Rabensymbol verschickte. Um Authentizität zu wahren nutze also der Fake Raven Mordecai ebenfalls dieses Symbol. Cool, aber wirklich niemand hatte diese (eventuelle) Anspielung aufgenommen. Rhyno fand sie sogar so dumm, dass er die Ascension verließ. Vielleicht wäre das alte Symbol der Sonnenfinsternis passender gewesen? Wahrscheinlich war dies zu der Zeit aber schon in Vergessenheit geraten.

Summa summarum denkt man sich nach der Lektüre dieser Zeilen wohl etwas wie „Hä?“ und hätte damit ungewollt den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Ascension ließ einfach zu oft eine klare Linie vermissen, eröffnete sinnlos Nebenschauplätze und hat wahrscheinlich nur deswegen so viele Mitglieder, weil diese wohl sonst gar keine Freunde hätten. Freude hatte ich im Jahr 2014 an der Ascension meist nur wegen unfreiwilliger Faux Pas in den Segmenten in Form von Rechtschreibfehlern oder einfach dämlichen Formulierungen. So blätterte Rhyno einst in MEINEM Magazin und Sylvester Terkay wurde gleich jede Ernsthaftigkeit genommen, indem er es sich nicht nehmen lies bei seinem Debüt einen dummen Witz zu reißen.
Terkay: „Wo ist Reigns?
Conor: „Er ist... verdammt!“
Terkay: „Er ist verdammt?!“
Eine potentiell interessante und gute Idee wurde in nur einem Jahr von zwei Schreiberlingen gleich so oft gegen die Wand gefahren, dass sie am Ende durchbrach und das Jahr mit einer leichten Steigerung abschließen konnte. Nichtsdestotrotz landet die Ascension 2014 völlig verdient im Gimmickmüll 2014!


… so lautet der neue Finisher des Atommonsters Umaa'aas. Mit dem Abschied vom nuklearen schallmauerdurchbrechenden Atommonsterwirbelkick wurde vergebens versucht die Aufnahme in den Gimmickmüll 2014 abzuwenden. Dort landet das Atommonster aber völlig zurecht, doch der Reihe nach. Der Schöpfer des Atommonsters könnte sich jetzt natürlich zu Recht darüber echauffieren, dass er, der von den General Managern dazu genötigt wurde das Atommonster zu bringen, sich jetzt im Gimmickmüll wiederfinden muss, doch hatten die zwei ECW Autoritätspersonen natürlich anderes im Sinn als das was uns im Endeffekt präsentiert wurde. In einer von ihnen gemalten, natürlich absolut perfekten, Welt, wäre Umaa'aas ein über alle Maßen atomar verseuchtes Geschöpf gewesen, nicht in der Lage andere Gefühle außer Hass auf die Menschheit zu empfinden, welche in ihrer Gesamtheit Schuld an seinem Schicksal ist. Man stelle sich das vor, zu Beginn jeder Episode von ECW, nach der explodierenden Weltkugel (!), entsteigt das gräßlich-grüne, mit Eiterpocken und wenigen, algenartigen tiefgrünen Haaren ausstaffierte Atommonster einem scheußlichen Sumpf und beginnt seinen schlurfenden Gang gen ECW Veranstaltungsort, untermalt mit einer grausigen Melodey, welche einem Alfred Hitchcock Streifen entliehen sein könnte. Jetzt stelle man sich mal vor, dieses Monster wäre auf die ECW NXT Rookies der fünften Staffel losgelassen worden. Ein Blutbad wäre das gewesen! Smiling Jack hätte nichts mehr zu smilen gehabt. Snake McBatman hätte sich gewünscht, er wäre tatsächlich Batman und hätte sich davon schwingen können oder der Maukisch wäre gar nicht erst zurück gekommen. Die Rookies hätten jede Episode vor der Challenge gestanden das Monster daran zu hindern zu ECW zu kommen und ihnen das Fleisch von den Knochen zu nagen. Manche hätten es nicht geschafft und wären lebendig gefressen worden, während das Atommonster genüsslich seinen Namen krakeelt hätte „Uhh Atommonster!“ Im Ring wäre dieses Vieh unglaublich stark und wendig gewesen, eine unaufhaltsame Kampfmaschine, welche wirklich jede Episode den Backstagebereich in seiner Wut auf alles und jeden verwüstet hätte. Vielleicht... vielleicht sollten wir froh darüber sein, dass es nicht so kam. Vielleicht wäre ECW so entvölkert worden, nach vielleicht zehn Perioden wäre ECW am Ende. Vielleicht ist es gut so, dass das Atommonster zum Restart von NXT verhindert war. Vielleicht ist es gut so, dass es einen besten Freund mit Brille hat, der aussieht als würde sein einziger Kampf an einem Bürotisch gegen Aktenordner stattfinden als in einem Wrestlingring. Tja und vielleicht sollten wir froh darüber sein, dass das Atommonster nicht alles in seiner Wut kurz und klein schlägt, sondern den bürokratischeren Weg gewählt hat und sich einer Protestbewegung gegen voreingenommenes Booking angeschlossen hat. Vielleicht... nein absolut sicher ist es aber völlig verdient im Gimmickmüll 2014, uuuuuh Atommonster!

Es gibt viele Gründe im Gimmickmüll zu landen. Meist sind es schlechte Ideen oder halbwegs gute Ideen, welche schlecht umgesetzt wurden. Manchmal aber sind es gute Ideen, die einigermaßen gut umgesetzt wurden, aber trotzdem im Gimmickmüll landen. Das ergibt keinen Sinn? Oh, doch, denn im Falle dieses tragischen Beispiels einer netten Idee mit passabler Umsetzung stimmte eines nämlich von vorne bis hinten nicht: Der Zeitpunkt! Die Rede ist von La Mascara Magica (ohne Akzents!) oder auch Xtreme Xpress, welche eine einschneidende Wandlung bei ECW durchlebt haben, denn sie wurden von fliegenden Mexikanern zu fliegenden Amerikanern. Klingt absurd? Nicht wirklich, denn der Xtreme Xpress, Cassidy White und Zachary Brooks waren Mitglieder der GCC WrestleWorld Inc. Unter der Führung des reichen Gideon Charles Carver, welcher eine absolut coole Brille sein eigenen nennen darf, ist alles möglich und so kämpften die Beiden dort unter den Namen Salvador Rodriguez und Dario Silva, La Mascara Magica (immer noch ohne Akzente!). Tja, und was machen (nicht ganz echte) Mexikaner in den Diensten eines weißen Geldsacks? Natürlich sind sie dessen Bullys, sie trollen seine Gegner, machen die Angelegenheiten für seine weißen Schützlinge ein wenig angenehmer und einfacher und sind ziemlich schnell die Bad Guys beim Publikum. Vielleicht erfreuen sie sich sogar daran? Genießen ihren Ruhm, welchen ihnen das Geld von Carver verschafft hat, machen einen auf Luxus: Drogen, Bikini Chicks und fette Karren. Auf jeden Fall sind sie echte Hassobjekte. Eventuell sind sie aber mit ihrer Rolle als Klischeemexicos nicht zufrieden. Eventuell leiden sie auch darunter, für einen Weißen die Drecksarbeit machen zu müssen. Manchmal geht es sogar so weit, dass sie sich weigern und werden dafür zu recht gewiesen. Das Publikum hat ein Gespür für so was und erkennt das Gute in den Mexikanern und spendet ihnen Sympathiepunkte. In beiden Fällen jedoch, ob gut oder böse, kommt der Schock: Das sind ja gar keine Mexikaner! Es sind Amerikaner! Und GCC hat.. ihnen verdammt viel Geld dafür gegeben, dass sie das machen, aber... sie sind ja keine Mexikaner und wollen sich nicht verstellen, das Geld, das war schon gut, aber es geht hier um das eigene Ich... auch wenn die Drogen, naja, das Kokain im Speziellen, ja davon hätte es ruhig etwas mehr sein können. Wie auch immer, viel problematischer als die etwas laxe Begründung warum man statt Tacos doch lieber Burger verspeist ist die Tatsache, dass man die Masken nur wenige Perioden nach dem Debüt fallen ließ ohne vorher weder groß als Bad Guys noch als verkannte Good Guys in Erscheinung getreten zu sein. Man wrestlete einfach seinen Stiefel runter, stand unmotiviert neben Carver, wenn der Anweisungen gab oder einfach nur mit seiner wesentlich charismatischeren Brille herumspielte und taten eigentlich nichts, wofür man sie hassen konnte. Klar, die fehlende Motivation, so mexikanisches Zeug macht sich schlecht, wenn man tief im Herzen lieber Bourbon statt Tequilla säuft, also startet man doch lieber richtig durch, wenn man auftreten kann als das, was man wirklich ist: Xtreme! Bei dem Namen befürchteten einige schon adrenalinhaltige Segmente, doch zur Erleichterung dieser taten White und Brooks nicht viel mehr als sie es schon als Mascara Magica taten. Sie hingen nun unmotiviert von einer Decke, während Carver eine Ansprache hielt oder mit seiner wesentlich charismatischeren Brille herumspielte und taten sonst nichts, wofür man sie lieben könnte. Das sah auch Carver so, denn er Griff tief in seine Truhe unnützer Wrestler um passende Gegner für den Xtreme Xpress zu finden. Nach er sich gegen Heath Slater mit passendem Gimmick entschied kramte er erst Charismabolzen Azrael hervor, nur um diesen nach seinem belanglosen Scheitern durch die Partylöwen Se7en zu zu ersetzen. Wer seinen Gegnern solche Hochkaräter entgegenstellt kann über diese nur eine Meinung haben; Müll, genauer Gimmickmüll 2014.

Revenge of an Outcast...


Connors

Chris Connor. Royal Rumble Sieger. Hall of Famer. ECW European Heavyweight Champion. World Heavyweight Champion von SAW New York. Gewann Main Events bei WrestleMania UND der Survivor Series. Besiegte AfRon und Fredy B in großen Matches. Bekannt für seine legendären Videopromos. Connor ist definitiv einer der beliebtesten und erfolgreichsten ECW Superstars aller Zeiten. Am Anfang seiner Karriere sah das noch anders aus. Er war „The Snake“. Warum genau, wusste niemand. Ebenso konnte keiner die Frage beantworten was diese Schlange denn überhaupt bei ECW wolle. Viel zu sagen hatte er nämlich nicht. Außer im Ring, da waren seine Taten beachtenswert, denn er verlor jedes Match in dem er stand. Dann folgte eine Verletzung, ein Reboot. Der Rest ist Geschichte. Connor wurde ein Star, einer der beliebtesten ECW Worker aller Zeiten. Er gewann den Titel, turnte Heel und führte sein eigenes Stable an. The Snake war lange vergessen, der „mooooost charistmatic superstar in ECW“ war geboren und regierte den lilanen Brand für mehrere Monate zusammen mit den anderen großen legendären Namen unseres Brands. 

Dann sollte er einen Bruder bekommen. Dieser floppte bei ECW-NXT und schied enttäuschend schon als Dritter seiner Staffel nach wenigen Wochen aus dem Wettbewerb aus. Aber dann erholte er sich. Im Ring überzeugte er mehr und mehr, sein Gimmick machte auf einmal Sinn und er wurde beliebter und beliebter. Ähnlich wie sein Bruder. Dann traf er seinen Bruder, einen der erfolgreichsten Worker aller Zeiten. Die beiden wurden ein Tag Team. Dann gewannen sie die Gürtel, doch Chris reichte das nicht. Kenner der Wrestlingszene erwarteten eine Bruderfehde. Sie erwarteten eine großartige Bruderfehde von der man noch lange sprechen wird. Sie behielten recht, zumindest teilweise. 

Im Jahr 2013 entthronten die Connors das Gimmickmüll-Team Beatdown Berlin und gewannen so zum ersten Mal in ihrer Karriere Tag Team Gold bei ECW. Joe war am Ziel seiner Träume angekommen, doch Chris zeigte sich wenig begeistert. Er würde doch viel lieber King of the Ring oder Mr. Money in the Bank werden. Joe akzeptierte das. Chris blieb in seinen Ausflügen in den Solobereich erfolglos. Daraufhin setzte er seine Prioritäten anders und ließ Joe wiederholt in Tag Team Matches im Stich. Es folgte der Titelverlust und erste Anfeindungen. Wenngleich Chris immer weniger aktiv wurde Dann sollte die Sache ein für alle Mal geklärt werden: In einem FINISHER MATCH bei Xtreme X-Mas Xperience 2013. Vielen Dank, Wheel of Massacre! Joe besiegte Chris und die Fehde war beendet. 

HAHAHA! Witz! Die Fehde tat nur so als ob sie beendet sei. Sie sollte nämlich weiter gehen. Allerdings tat sie nur so als würde sie weitergehen, denn der Schreiber von Chris Connor – C van Dam – investierte mittlerweile fast überhaupt keine Zeit mehr in SAW und ließ Joe Connors Schreiber – AfRotaker – so alleine auf dem Schlachtfeld zurück. Empört über die Abstinenz seines Fehdenpartners bestrafte AfRo Herrn Van Dam folglich indem er Show für Show nichtssagende, kurze und wenig Spannung generierende Segmente schrieb, die die sowieso schon unter einem schlechten Stern stehende Fehde Show für Show mehr gen Abgrund pushte, sodass jeder Leser einem schnellen Ende mit einem siegreichen Joe entgegenfieberte. Dieses Ende sollte beim One Night Stand 2014 erfolgen, doch Chris Connor verließ vorher ECW, sodass Joe nicht die Möglichkeit bekam, seinen Bruder noch einmal in die Finger zu bekommen und sich final am großen Bruder zu rächen. Das machte sogar noch halbwegs Sinn nur interessiert hat es nach einer solch schwachen Fehde eben niemanden mehr. Auch Joe nicht, folglich verschwand er.

FAST FORWARD (und hiermit ist nicht die Sendung von MTV oder VIVA gemeint)! Ein paar Monate später eröffnete ECWs Stammkneipe und ein Mann mit Trenchcoat und Hut begann sich dort Show für Show diverse alkoholische Getränke hinein zu pfeifen (!!!). Der Mann verstrickte sich in Gespräche mit dem Wirt und offenbarte auf das Wrestling zu pfeifen (!!!), bis er die Pfeife (!!)Dean Morrison sah. Joe kam zurück um Morrison zu geben was dieser verdient hatte. Ein Pfeifkonzert, doch nicht aus dem Munde der missmutigen Fans, sondern aus dem Munde Joes. Das war nämlich Connors neues Hobby. Leute verschleppen und pfeifen. Morrison fand das nicht gut. Darum suchte er sich auch ein neues Hobby, da das Aufsteigen in den Main Event ihm zu langweilig geworden war. Herumsitzen, Angst haben und weinen wäre da sicherlich spannender. Gesagt, getan. Die Kritik an der Auseinandersetzung wurde lauter. Eine Erklärung musste her. Joes Epilepsie wurde behandelt. Mittlerweile kann er (dank unglaublicher Superkräfte) stattdessen Panikattacken bei seinen Gegnern hervorrufen. Gute Idee oder? NEIN. Der Abschluss der Fehde soll bei Xtreme X-mas Xperience 2014 erfolgen, ein Jahr nach dem FINISHER MATCH zwischen Joe und Bruder Chris. Ein schlechtes Omen? Oder doch eher ein gutes? Mit XXX 2014 hätte Joe ein Seuchenjahr hinter sich, das für ihn von Enttäuschungen, Potentialvernebelung und Fehlentscheidungen gekennzeichnet war. Dieses Jahr ist mit dem Dezember-PPV von ECW aber vorbei. Joe hat also 2015 die Möglichkeit von vorne anzufangen. Auch Dean Morrison wird dies müssen. Wir hoffen beiden das Beste. Und keinen Tinnitus, denn damit ginge es nur bergab.


Willy 2014

Als geschätzter Leser dieses Eintrags kennen sie bestimmt die Street Kings, bestehend aus den harten Bikern Gunner und Chris Hero. Ein oft gelobtes und unterhaltsames Tag Team von Backlash. Chris Hero ist schon länger bei SAW aktiv und tanzte schon zu seiner Anfangszeit als Teil eines Tag Teams mit Namen „Kings of Wrestling“ zusammen mit Claudio Castagnoli durch die Hallen Amerikas. Danach war er nach seinem Royal Rumble Sieg auch schon mal solo im Main Event unterwegs. Mal relativ aktiv, mal weniger. Allerdings noch nicht als Biker, wo denken Sie hin? Sondern mit einem anderen Gimmick, es hieß „Chris Jericho“. Chris Jericho hatte dieses Gimmick übrigens auch mal, allerdings nicht exklusiv. Kenner behaupten auch, Hero hätte diesen Charakter erfunden, bestätigen können wir diese Behauptung allerdings nicht. Es wäre jedoch nicht sehr originell wenn das Gimmick „Chris Jericho“ wirklich zuerst bei Chris Jericho auftrat. Bahnbrechender wäre es doch, wenn das Gimmick mit Namen „Chris Jericho“ für Chris Hero aus der Taufe gehoben wurde und erst im Anschluss auf Jericho überging, wir wollen Sie da allerdings nicht beeinflussen. 

Nachdem die Beliebtheit des Chris Jericho-Gimmicks im Laufe der Jahre abebbte, wurden andere Gimmicks groß, die es wie auch das Gimmick Chris Jericho nicht lange bei einem Wrestler aushielten sondern ein munteres Bäumchen-Wechsel-Dich bevorzugten, diese waren allerdings weniger speziell und hatten eher deskriptive Namen wie „Wir sind DOMINANT“, „Oh, ich bin mysteriös“, „Ich zeige jedem meiner Gegner was hardcore bedeutet“ oder „haha bin ich ein krasser Psychopath!“. Das störte die Menschen nicht so sehr, denn das fiel nicht so sehr auf. Dann kam 2014. 

Die Depression Fighters bekamen zu Weihnachten ein neues Gimmick. Sie sollten nicht länger depressiv sein. Psychische Störungen waren aber nach wie vor als Hauptmerkmal ihres Charakters vorgesehen. Ihr Schreiber – der Willy, Billy, Sherlock, DAwesomeX (alleine seine Namen könnten schon einen Gimmickmülleintrag füllen) – hatte hierzu eine bahnbrechende Idee: sie sollten zusätzlich zu ihrem degeneriertem Verhalten eine Art des Realitätsverlusts widerspiegeln, so zuerst geschehen in der Fehde gegen die Brandts. Beispiel gefällig?

- Max Brandt: „Ihr seid starke Gegner, aber wir werden euch besiegen. MAX!“
- Antwort Alan Lone: „Boah, der hat uns gerade Hurensohn genannt. Boxen wir ihn!“

So weit, so gut. Neben diesem Realitätsverlust zeichnete sich das Gimmick, wie angedeutet, noch durch freche Antworten und zum Teil clevere aber auch zeitweise auch tollpatschige Aktionen aus. Durch degeneriertes Verhalten, teilweise auch frühpubertär. Das Gimmick kam sogar bei vielen Lesern an, gerade AfRotaker war voll des Lobes für die nicht mehr depressiven Depressionsbekämpfer. Das passt zum Wiener, der sich aufgrund von Ghettogangs, Birdcalls, Habichten und Crack im Allgemeinen nicht in den 21. Bezrik der Hauptstadt traut. Zurück zum Thema: Der Kürze wegen, nennen wir das Gimmick der Depression Figthers im Folgenden nur noch DF. Der Schreiber erkannte das Potential der Sache und kombinierte spitzfindig. Ein Virus könne helfen. Am besten einem hoffnungslosen Fall. Kurz darauf erwischte es „Mr. Gimmickmülltüte“ Dean Ambrose. Ein Schwerer Fall von DF. 
„Gesundheit!“ 
„Danke!“
Auch Gunner hatte dann sehr kurz mal eine kleine Infektion von DF. Er kam aber, wie auch Ambrose darüber weg.

Andere hatten da schon mehr Probleme damit. Die Usos zum Beispiel. Als Faces gestartet, brachten die beiden Samoaner die besten athletischen Fähigkeiten mit um sich schnell in die Herzen der SAWManiacs zu kämpfen. Doch auch sie waren pubertär, frech und degeneriert. Ich werde Arzt. Schnelldiagnose: DF. Korrekt. Summa cum laude! Ich bin Arzt. Als nächstes wurde Dean Morrison infiziert. Allerdings nur eine Show lang. Dann gab es ein Medikament und viele vergaßen es direkt wieder. War wohl auch besser so. Warum niemand anderes dieses Medikament testen durfte? Jamal Cunningham zum Beispiel. Schlägt bei seinem Debüt mit einem Stuhl um sich. In der nächsten Show wird er darauf angesprochen und gefragt weswegen er das getan habe. Cunningham ist sich jedoch keiner Schuld bewusst und antwortet pubertär, frech und degeneriert. Er habe niemanden geschlagen. Auch wenn seine Beweggründe vielleicht andere waren wie bei den Depression Fighters, ist das Segment 1:1 so konzipiert und gefertigt wie das Geschreibsel rund um Dante und Alan. DF lässt grüßen. Aus welchen Gründen auch immer. Und dann kommen ja wieder die Usos ins Spiel, die ja eigentlich beliebt sein sollten, im Gegensatz zu den Depression Figthers oder Jamal. Verhalten sich aber genauso wie Heels. Kann das funktionieren? NEIN. Fick DF!

DF ist ein Heel. Die Depression Figthers sind betroffen, Cunningham ist betroffen und diverse andere weitere Schützlinge vom Willy waren es im Kalenderjahr 2014 auch für eine kurze oder längere Zeit. Das stellt mich – wie Sie wissen, bin ich Arzt (nicht zu verwechseln mit HBK13 dem WunderWaschbär) – vor eine Frage: Sind es vielleicht gar nicht die Depressionsbekämpfer die DF haben? Ist es überhaupt nicht der südafrikanische Hardcorewrestler? Sind es wirklich nicht die animierten Recken auf unseren Bildschirmen, sondern ist es gar eine real existierende Persönlichkeit? Möglicherweise ihr Schreiber, der Willy? 

Sie kennen die Anzeichen der Krankheit und wissen, wie sie sich äußert. Im Verhalten, im Dialog, in Gesprächen. Fragen Sie den Betroffenen nicht danach, er wird es nämlich sicher nicht zugeben. Aus Realitätsverlust oder anderen Gründen. Sollte die von Ihnen verdächtigte Person nämlich wirklich betroffen sein, haben Sie keine andere Möglichkeit mehr. Wünschen Sie ihm gute Besserung und gehen Sie. Sonst wird es bitter. Vielleicht ist es 2015 vorbei. Hoffen wir es!